Der Blog zu Fairer Mode, Green Fashion & den Schattenseiten der Textilindustrie

Blog: Faire Mode, Green Fashion & Schattenseiten der Textilindustrie


Neues Video: „Das Gift kommt zurück“

Ab heute findet ihr den Dokumentarfilm „Das Gift kommt zurück“ von Inge Altmeier bei den Videos. Der Film zeigt eindrucksvoll auf welchen Wegen des globalisierten Welthandels sich viele Chemikalien in unseren Alltag schleichen.

In Euren T-Shirts findet ihr z.B. jede Menge Sachen, die da nun wirklich nicht reingehören. 150 Gramm Pestizide landen auf der Baumwolle für ein einziges T-Shirt. Das dann natürlich noch gefärbt und „veredelt“ wird, damits im Laden gut aussieht. Leider oft auch mit ungesunden und öko-schädlichen Farben.

Wer dannach noch nicht gut genug gegruselt hat, kann ja noch den Artikel über Gift im Spielzeug lesen (1 Stunde spielen entspricht 40 Zigaretten rauchen)!!


Bessere Arbeitsbedingungen in Bangladesch: Spitze des Eisbergs oder Zeitenwende?

Die schrecklichen Ereignisse in Bangladesh haben in Deutschland das Thema Textilproduktion in den letzten Wochen hoch auf die Medienagenda geschoben. Endlich passiert etwas! Die Vereinbarungen zum Brandschutz, die nach dem größten Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs in Dhaka von westlichen Textilfirmen getroffen wurden, sind ein Fortschritt. Und ein guter Beleg dafür, dass öffentlicher Druck etwas bewirken kann. Die Aktivitäten von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen wie der Kampagne für saubere Kleidung, haben hierzu erfolgreich beigetragen. Steht Asiens Textilindustrie also vor einer echten Zeitenwende?

Das Abkommen zum Brand- und Gebäudeschutz, dass mit den Gewerkschaften geschlossen wurde, muß erst in der Praxis wirksam werden, bevor man final bewerten kann, ob es etwas taugt oder nicht. Die Gewerkschaften in Bangladesch, wie z.B. die BIGUF (Bangladesh Independent Garment Workers Union Federation), hatten es in den Fabriken vor dem Unglück sehr schwer mit Forderungen Gehör zu finden. Gewerkschaften und ihren Mitgliedern sind rechtlich enge Grenzen gesteckt. Als Ursache hierfür sieht die BIGUF auch das fehlende staatliche Interesse (Quelle). Ein Zusammenhang ist sicherlich darin zu sehen, dass auch die politischen Eliten Textilfabriken besitzen und von den in jeder Hinsicht miserablen Bedingungen profitieren.

Meines Ermessens nach, haben wir durch die Reaktion auf die Katastrophe in Dhaka nur die Spitze des Eisbergs berührt und wir müssen verfolgen in wie weit Recht und Gesetz in Bangladesch wird, aus den Versprechungen der bangladeschichen Regierung und der Konzerne im Hinblick auf die Stellung der Gewerkschaften, den Mindestlohn und den Brand- und Gebäudeschutz.

Die Arbeiterinnen und Arbeiter werden die „Gunst der Stunde“ nutzen, die sich nach den schweren Unglücken der vergangenen Monate ergibt, in dem sie sich weiter organiseren und Forderungen formulieren. Wir in den Käuferländern sollten sie darin soweit möglich unterstützen.

Wie bitte? Wir? Unterstützen? Wie dass denn?

Zum Beispiel so: Informieren, Spenden, Unterschreiben, Miteinander reden!