Der Blog zu Fairer Mode, Green Fashion & den Schattenseiten der Textilindustrie

Blog: Faire Mode, Green Fashion & Schattenseiten der Textilindustrie


Ein Elefant passt nicht in den Kleiderschrank, oder? Über Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und und Mode

Wusstest Du, dass…

allein die Verlängerung der Lebensdauer von einem auf zwei Jahre die CO2 Emissionen unserer Kleidung um 24 Prozent reduzieren würde?

Jedes Kleidungsstück, das Du besitzt, verursacht bei seiner Produktion einen ökologischen Rucksack. Dieser besteht aus allen Ressourcen, die benötigt werden, um es zu produzieren: Faser-Rohstoffe und alles, was eingesetzt wird, um diese Rohstoffe zu erzeugen. Baumwolle braucht  beim  Anbau zum Beispiel Land und Wasser,  Polyester bei der Erzeugung beispielsweise Erdöl. Natürlich braucht man auch Energie. In den nächsten Schritten der Ernte und Weiterverarbeitung wird wieder Energie verwendet und jede Menge weitere Dinge Farben, damit es bunt wird zum Beispiel. Diese Liste ist beliebig lang und beliebig unterschiedlich, je nachdem, wie das Kleidungsstück beschaffen ist oder auch ob man ein ökologisch erzeugtes Kleidungsstück in Händen hält oder ein konventionell hergestelltes.

Berechnungen ergeben, dass man für ein Baumwoll T-Shirt je nach Webdichte, Herstellungsart und Größe zwischen 5-9 Kilogramm CO2 braucht. Dabei „wiegen“ vor allem die eingesetzten Dünger und Pestizide kräftig mit. Einen großen Anteil macht mit 2700 Litern auch das Wasser aus, das für die Erzeugung und Waschung der Baumwolle benötigt wird. Kluge Köpfe vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie haben einmal alle Ressourcen einberechnet, die für Rohstoffe und Aufwand für die Erzeugung eines T-Shirts notwendig wären und sind auf eine unglaublich beachtliche Zahl gekommen:

5 Tonnen für ein einziges T-Shirt! 5 Tonnen – so viel wiegt ein ausgewachsener Elefant!

Krass, oder! Ein T-Shirt! Ein Elefant!

Aber ein Elefant passt gar nicht in meinem Kleiderschrank!!?

Der Naturverbrauch, der mit der textilen Produktion einhergeht ist also, nun ja, sagen wir mal deutlich zu groß! Das Prinzip Fast Fashion, das auf einem intensiven Konsum und einer kleinen wirtschaftlichen Gewinnspanne pro Kleidungsstück beruht, verursacht eine intensive Überanspruchung unserer Natur. Weil wir aber nicht mehrere Erden zur Verfügung haben, ist es wichtig die Ressourcenproduktivität in der industriellen Produktion massiv zu erhöhen. Diese Erkenntnis wird seit den 1990er Jahren in der Nachhaltigkeitsdiskussion unter dem Konzept Faktor 10 diskutiert. Geprägt wurde es von dem Wissenschaftler Friedrich Schmidt-Bleek. Hierzu kann man viel nachlesen und weiterdenken. Und natürlich müssen solche Konzepte auch umgesetzt werden. Sie erfodern viel von uns allen, wenn wir in Zukunft nachhaltiger leben wollen (oder müssen!).

Und was kannst Du schon heute tun?fact1

Wenn Du Deine Kleidung länger trägst, ist das gut für die Umwelt! Weil sich dann natürlich der eingesetzte Ressourceneinsatz prozentual gesehen reduziert.

Also: Liebe Deine Kleidung!
Eure Elke

 

Quellen:

Steinlein, Christina: Wir Klimaschweine. Focus Online Artikel vom 08.12.2009, abgerufen am 24.04.2018. Online unter: https://www.focus.de/wissen/klima/klimapolitik/tid-16518/nachhaltigkeit-kleidung_aid_461058.html

Carbon Trust (2011), Clothing – International Carbon Flows (CTC793). Online unter https://www.carbontrust.com/media/38358/ctc793-international-carbon-flows-clothing.pdf, abgerufen am 24.04.2018.

Lexikon der Nachhaltigkeit: Ökologischer Rucksack. Online unter:  https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/schmidt_bleek_mips_konzept_971.htm, abgerufen am 24.04.2018.

Schmidt-Bleek, Friedrich: Wieviel Umwelt braucht der Mensch? Faktor 10 – das Maß für ökologisches Wirtschaften. dtv, München 1997.

Greenpeace: Konsumkollaps durch Fast Fashion. Online unter: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf, abgerufen am 24.04.2018.

 


Auf hoher See – Bericht zum 2. Netzwerktreffen Nachhaltiger Konsum

Um es gleich vorab zu sagen: Bei dem Netzwerktreffen wurde viel diskutiert, ich habe spannende Leute kennengelernt und erfahren, dass zu Berliner Buffets im Landwirtschaftsministerium mittlerweile Pappschachteln bereit gestellt werden, um die Reste mit nach Hause zu nehmen. Klar wurde mir aber auch: Wir sind noch weit von den Leuchttürmen für nachhaltigen Konsum entfernt.

Um im Bilde zu bleiben: Wir befinden uns noch mitten auf hoher See.

 

Am 12.12. 2017 trafen sich im Bundeslandwirtschaftministerium in Berlin zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Ministerien, Firmen und interessierte Bürgerinnen und Bürger, um über die Weiterentwicklung des nachhaltigen Konsums in Deutschland zu diskutieren. Fairkleidet war wie versprochen dabei und ich möchte Euch einen kurzen Bericht zu meinen persönlichen Eindrücken des Treffens geben.

Zur Info: Das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum wurde von der Bundesregierung initiiert, um die Konsummuster so zu verändern, dass sie in einer begrenzten Welt an unsere ökologischen und ökonomischen Grenzen angepasst sind.

Was wird bisher unter Nachhaltigem Konsum verstanden?

Konsum ist dann nachhaltig, „wenn er zur Bedürfnisbefriedigung aller heute lebenden Menschen führt und die Bedürfnisbefriedigungsmöglichkeiten zukünftiger Generationen nicht gefährdet“ (Hansen/Schrader 2001, 22). Sprich: es ist eine wichtige intergenerationelle Sache: Wir sollten alle nicht über unsere (ökologischen und wirtschaftlichen) Verhältnisse leben. Die Konsumfreiheit soll aber nicht eingeschränkt werden, so die gängige Meinung. Natürlich spielt auch die Frage nach einer „Kultur des Genug“ eine wichtige Rolle. Der Konsument wägt auch soziale und ökologische Fragen ab und strebt nicht immer nur nach „Mehr“. Über die individuellen Fragen des Konsum hinaus steht aber auch eine wichtige Frage im Zentrum, die noch viel, viel stärker betrachtet werden muss, nämlich die Tatsache, dass zur Verwirklichung nachhaltigen Konsums „auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen [gehören, E.J.], die es den Menschen ermöglichen, diesem Bewusstsein gemäß zu handeln“ (UBA 2001, 76).

Vom Leitbild in die Praxis

Bis jetzt ist das Konzept des nachhaltigen Konsums fast nur ein Leitbild, dass sich aus den Nachhaltigkeitsdiskussionen seit der Rio-Deklaration 1992 entwickelt hat. Um dieses Leitbild auszugestalten und in die Praxis zu führen, gibt es also nun den Prozess um das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum.

Es ist sehr erfreulich, dass sich bisher drei Bundesministerien in der Umsetzung und in der Prozessgestaltung dieses Programms einbringen (Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz/Justiz). Interministerielle Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturen und Zielen ist sicherlich nicht einfach und  verlangt den unterschiedlichen Akeuren sicherlich einiges ab.

Das Programm selbst umfasst sechs Bedürfnisfelder:

  • Bekleidung
  • Mobilität
  • Ernährung
  • Wohnen & Haushalt
  • Arbeiten & Büro
  • Freizeit & Tourismus

In diesen einzelnen Sektoren existieren schon einige Ansätze, dass wir als Verbraucherinnen und Verbraucher heute schon die Möglichkeit haben, nachhaltig zu konsumieren. Es gibt diverse Nachhaltigkeitssiegel, die Orientierung ermöglichen und viele, viele Initiativen und Massnahmen. Aber insgesamt ist der Anteil von nachhaltigem Konsum am Konsum aller Bürgerinnen und Bürger noch recht gering.

Und nun?

Konkretes gibt es noch nicht viel, so war mein Eindruck des Treffens. Viele der Diskussionen empfand ich als nicht zielführend, sie waren zu wenig zugespitzt und prozess- statt ergebnisorientiert. Vielleicht hat diese Unverbindlichkeit des Treffens damit zu tun, dass es noch keine Regierung im Dezember gab oder einfach aber auch, dass der Prozess der politischen Programmgestaltung noch arg am Anfang ist. Es war ja auch erst das 2. Netzwerktreffen und vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen.

Immerhin: Die politische Absicht all diese Bedürfnisfelder aktiver zu gestalten, so dass es zukünftig mehr nachhaltigen Konsum gibt, ist vorhanden. Auch in der neuen Bundesregierung, so steht es zumindest im Entwurf des Koalitionsvertrages von CDU,CSU und SPD auf Seite 137 (CDU/CSU, SPD 2018, 137). Es sind gute Absichten, die aber noch einen sehr langen politischen Weg gehen müssen, um in die Praxis zu münden.

Es muss ja klar sein, dass mit einer Konsumtransformation auch eine Transformation der Wirtschaft einhergeht. Angebot und Nachfrageseite müssen gestärkt werden, hierzu sollte aber auch das Bundesministerium für Wirtschaft in den Prozess eingebunden werden, damit die Massnahmen des Programms auch in diesen Feldern unseres politischen Systems durchgreifen können. Ich glaube viele Unternehmen haben erkannt, dass sie nicht in die Zeit der Maßlosigkeit zurückkehren können. Je eher sie verstehen, dass die Zukunft im Konsum nur nachhaltig geht, desto eher erkennen sie Marktchanchen und müssen sie nicht wieder verschlafen.

 

 

Literatur:

CDU/CSU, SPD (2018): Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land, Entwurf des Koaltionsvertrages vom 7. Februar 2018, abgerufen unter http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/koalitionsvertrag-zum-download-koalitionsvertrag-zum-download/20936422.html, am 8.3.2018.

 

Ulf Schrader/Ursula Hansen, Nachhaltiger Konsum, in: UmweltWirtschaftsForum (UWF), 10 (2002) 4, S. 12 – 17.

Umweltbundesamt, Aktiv für die Zukunft – Wege zum nachhaltigen Konsum. Tutzinger Erklärung, Berlin 2001.

 

 

 


Ein Geheimnis, das keines mehr ist!

Hallo Ihr Lieben,

auf Instagram verrate ich Euch heute ein Geheimnis, das nun keines mehr ist!!!

Ich habe mich ja schon lange damit herumgetragen und nun soll es endlich passieren:
FAIRKLEIDET DARF WACHSEN!!!

Ich hoffe, Ihr bleibt mir treu!

Für mich ist nachhaltiger Konsum nicht die Lösung allen Übels, das wissen ja die meisten von Euch aus meinen Texten. Aus meiner Sicht müssen wir die Spielregeln ändern und dies kann nicht allein auf den Schultern von Verbraucherinnen und Verbrauchern lasten. Aber wir alle brauchen nunmal leider Dinge zum Leben (wenn auch nicht so viele, wie uns immer alle einzureden versuchen!)

Ich wünsche mir, dass ich hier weiterhin klare Worte finden kann, meine persönliche Meinung bloggen darf und ich Euch über die Dinge, die Fairkleidet und ich erleben, auf dem Laufenden halten kann. Und, dass ich weiterhin politisch arbeiten kann (wenn auch ohne Finanzierung…)!

Mitte Dezember fahre ich z.B. wieder nach Berlin zum 2. Netzwerktreffen Nachhaltiger Konsum, wo Fairkleidet schon seit März 2017 engagiert ist. Ich möchte dort unser aller Interessen einbringen, wenn die zuständigen Institutionen des Bundes und LobbyistInnen von allen Seiten Strategien für die Föderung Nachhaltigen Konsums diskutiert. Wer mehr wissen will findet hier Infos!

What a day! Geniesst ihn, lasst es nicht auf Euch regnen (und wenn dann ignoriert es!)

LG und Love your clothes!

Eure Elke


Wie aus Brennesseln Textilien werden, wie Glyphosat wirkt und FAIRKLEIDET ist nun bei Instagram!

Eines Tages werde ich soviel Zeit haben, dass ich jeden Tag berichten kann: über Mode, spannende neue bzw. vergessene textile Rohstoffe, über die FAIR Trade Night 2017 in Köln, wo ich einen Stand mit ökofairen Dingen hatte. Über Unkrautvernichtungsmittel und Konzernzusammenschlüsse, über die Freude an Social Media und die Notwendigkeit und Zweischneidigkeit nachhaltigen Konsums.

Aber bis es soweit ist, schicke ich Euch die Kurzversion von all den Gedanken über die Twitter links. Also:

Klicken, lesen, selbst ein Urteil bilden!

Der Beitrag über die Brennesseln ist faszinierend! Ich will auch in den Wald und Regen statt Autos hören! Kommt einer mit?

Ich zieh schon mal die Schuhe an zum rausgehen und sag Euch:

Love your Clothes! Eure Elke


Fast Fashion – Fast Destruction?

Ich habe eben die Website von Pablo Piovano besucht und ich muss euch sagen, es ist harte Kost. Er ist Fotograf und hat in schockierenden Bildern festgehalten, wie es Menschen ergeht, die in einer Region in Argentinien leben, in der Ackergifte in massivem Umgang auf Erde und Pflanzen gesprüht werden, um Es geht um die vermutlichen Auswirkungen von „Pflanzenschutzmitteln“ im Anbau von Agrargütern. Auch Baumwolle wird mit diesen Mitteln besprüht, weil sie dann billig erzeugt werden kann.Den Preis dafür zahlen die Umwelt und die Menschen, die in den Regionen leben und arbeiten, wie Piovanos Werke eindrücklich zeigen. Von Piovano gibt es im Netz einen Dokumentarfilm, den man dort finden kann.

Und wenn man dann noch den Beitrag der SWR2 Journalistin Gaby Weber „Sklavenarbeiter für Argentiniens Wirtschaft“ hört, fasst man sich echt nur noch an den Kopf vor lauter Schauern.

„Das antikapitalistische Buch der Mode“

 

Aber man darf die Hoffnung nicht verlieren, dass die Welt zum besseren gewandelt werden kann, deshalb lese ich diesen Sommer:

„Das antikapitalistische Buch der Mode“, der britischen Journalistin Tansy E. Hopkins. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf den Sand zwischen meinen Zehen.

Habt einen guten Sommer!

And: Don’t forget to love your clothes!

Eure Elke

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Fairkleidet gratuliert den Preisträgern der „Spitzen Nadel 2017“

Mode lebt von der ständigen Kraft der Veränderung und Erneuerung. Hierfür braucht es Tatkraft, Innovation und Mut für neue Looks und neues Design. Diese Eigenschaften sind aber auch unerlässlich, für alle, die sich für einen ökosozialen Wandel in der Modeindustrie einsetzen.

Um dies zu honorieren und gute Praxisbeispiele öffentlich zu machen, haben das INKOTA-netzwerk e.V. und die Cum Ratione gGmbH aus Paderborn den Preis der „Spitzen Nadel“ ins Leben gerufen. Mit diesem Preis sollen Aktive gewürdigt werden, die schlagkräftige und öffentlichkeitswirksame Aktionen durchführen, die auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam machen. Die „Spitze Nadel 2017“ ist mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert.

In einer feierlichen Veranstaltung, die am Rande der Messen „Greenshowroom“ und „Ethical Fashion Show“ während der „Berlin Fashion Week“ am 04. Juli 2017 stattfand, wurden zwei Preisträger ausgezeichnet. Ausgewählt wurden diese durch eine Jury, bestehend aus Personen des öffentlichen und politischen Lebens, zum Beispiel durch Bärbel Höhn, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und ehemalige Umweltministerin in NRW und dem leitenden Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Franz Kotteder.

Und die Auswahl kann sich sehen lassen: Ausgezeichnet wurden der Gesamtbetriebsrat von „H&M“ in der Kategorie „Politische Schlagkraft“ sowie die Weltläden der Region Iller-Lech in der Kategorie „Breitenwirkung“.

Im November 2016 war es in Bangladesch im Zusammenhang mit turnusmäßigen Gehaltsverhandlungen zwischen Textilunternehmen, Gewerkschaften und Arbeitervertretungen zu massenhaften Entlassungen und Fabrikschliessungen gekommen. In Ashulia wurden 85 Fabriken geschlossen, die Arbeitenden entlassen und aktive Gewerkschafter, die sich für mehr Gehalt ausgesprochen hatten, inhaftiert. Als Reaktion auf die Verhaftung von Arbeiterinnen und Arbeitern in Bangladesch hat die Arbeitnehmervertretung von „H&M“ in Deutschland eine Resolution veröffentlicht, weil unter den betroffenen Fabriken auch 8 Zulieferer von „H&M“ waren. In dieser forderten sie die Freilassung und Wiedereinstellung der Arbeitenden, die sich mit Protest zur Wehr gesetzt hatten. „Die internationale Gewerkschaft IndustriaALL und der bangladeschische Arbeitgeberverband unterzeichneten eine Übereinkunft, damit alle Arbeiter wieder eingestellt werden. Viele sind jedoch noch immer ausgesperrt und es existieren „schwarze Listen“ unliebsamer Arbeiter.“, berichtet das Inkota-netzwerk e.V. in seiner Pressemitteilung zum Preis über die Wirkung der Resolution. Die Resolution kann hier nachgelesen werden.

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Foto: David Gense, Cum Ratione gGmbh

Das Vorgehen des Gesamtbetriebsrates von H&M ist ein mutiger Einsatz, der absolute Vorbildfunktion hat. Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Arbeitnehmervertretungen großer Modekonzerne trauen, aufzustehen und sich für Menschenrechte bei der Produktion der von ihnen verkauften Textilien stark zu machen. Der Einsatz zeigt, dass es sich lohnt, gegen die Missstände in der Textilindustrie vorzugehen“, erläutert Kerstin Haarmann von der gemeinnützigen Gesellschaft cum ratione aus Paderborn, die den Preis gemeinsam mit Berndt Hinzmann vom Inkota-netzwerk e.V. initiiert hat.

Die „Spitze Nadel 2017“ in der Kategorie „Breitenwirkung“ erhielten die Weltläden der Region Iller-Lech für ihre Aktion „XXXL – Wir tragen fair“. In einem Zusammenschluss haben sich 30 Weltläden aus den 15 Gemeinden der Region Iller und Lech verbunden, um mit ihren Aktionen eine größere Reichweite zu erzielen und um Synergieeffekte zu erschliessen. Mittels eines Sternmarsches bei dem sie riesige, überdimensionierte Kleidungsstücke wie Fahnen mit sich trugen und nachher in der Stadt zur Schau stellten, machten Demonstranten am „Fashion-Revolution-Day“ im April auf die problematischen sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in der konventionellen Textilindustrie aufmerksam. Auf den Etiketten sind Geschichten von Menschen abgedruckt, die sich so oder ähnlich täglich in der Kleiderproduktion abspielen: Sie erzählen von arbeitenden Kindern, von mit Pestiziden vergifteten Vätern und unterbezahlten Müttern. Wie zum Beispiel diese: „Ich heiße Behnly. Ich habe dieses T-Shirt genäht. Ich bin neun Jahre alt. Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf. Es ist dunkel, wenn ich in der Fabrik ankomme. Ich arbeite 13 Stunden. Es ist dunkel, wenn ich wieder nach Hause gehe. Ich verdiene weniger als einen Euro am Tag.“

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Foto: David Gense, Cum Ratione gGmbh

Der „Spitzen Nadel“ gelingt es Transparenz und Öffentlichkeit zu erzeugen, für ein wichtiges Thema: Aktionen für mehr Gerechtigkeit und Solidarität in der Modeindustrie. Es bleibt zu wünschen, dass die Medienresonanz für diesen wichtigen Preis zukünftig noch stärker wird. Und das sich hierdurch mehr Menschen vom Engagement der Preisträger inspirieren lassen und ihren Beispielen folgen.

Fairkleidet freut sich über die guten Nachrichten und wünscht sich mehr davon! Wir gratulieren nochmal ganz herzlich den Preisträgerinnen und Preisträgern der „Spitzen Nadel 2017“! Und natürlich schicken wir ein „Danke!“ für das Engagement der Cum Ratione gGmbh und das Inkota-Netzwerk e.V. für die Initiierung und Vergabe der „Spitzen Nadel“.

 

Puh, das war ein langer Artikel! Danke Euch fürs Lesen, sagt

Eure Elke

 

Quellen:

PM Inkota-netzwerk e.V.: http://www.inkota.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-starke-aktionen-fuer-faire-kleidung-ausgezeichnet/, abgerufen am 20.07.2017

PM Cum Ratione gGmbH: http://www.cum-ratione.org/paderborner-gesellschaft-zeichnet-starke-bundesweite-aktionen-fuer-faire-kleidung-aus-die-spitze-nadel-2017-geht-an-den-hm-gesamtbetriebsrat-und-30-weltlaeden-der-region-iller-lech/#more-644, abgerufen am 20.07.2017

Resolution: https://handel-bawue.verdi.de/++file++589875114f5e9235143b5a73/download/Miteilung%20GBR.pdf, abgerufen am 20.07. 2017

Artikel „Kundgebung: Iller-Lech trägt fair“, von Elisabeth Brock in: „Kreisbote“, vom 6. Mai 2017 https://www.kreisbote.de/lokales/kempten/weltlaeden-rufen-moderevolution-8254348.html, abgerufen am 20.07.2017.

Fotos von David Gense, cum ratione gGmbH


Augen auf: Wunderschönes Video von der „Ethical Fashion Show Berlin“!

Alle Augen richteten sich in der ersten Juli-Woche auf den G20-Gipfel in Hamburg. Alle Augen? Falsch! Die ganze Mode-Welt der Republik war auf der Fashion Week in Berlin, um sich inspirieren zu lassen von der Frühjahrs- und Sommermode 2018!

Vom 4.-6. Juli fanden im Rahmen der Fashion Week auch die Messen „Greenshowroom“ und „Ethical Fashion Show Berlin“ statt, dieses Mal erstmals an einer neuen Location, im Funkhaus Berlin.

 

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Quelle: Foto von David Gense, cum ratione gGmbH

Einen Eindruck von der neuen Mode und dem Event-Setting könnt Ihr in dem folgenden Video zur Modenschau der „Ethical Fashion Show Berlin“ bekommen, die am 5. Juli lief.

Wenn man all die Models da flitzen sieht, bekommt man den Eindruck, dass die ökofaire Szene sich immer stärker dem konventionellen Modebetrieb annähert, was die „Formsprache“ betrifft. Mir sind die Models immer alle zu dünn und zu jung, mehr Diversity darf es für mich schon sein! Aber der Massenmarkt soll erobert werden, richtig?

Ist auf jeden Fall krass, wie schnell schon wieder ein halbes Jahr rum ist und die nächsten Kollektionen auf die Laufstege und in die Orderbücher kommen. Und schwups hängen sie schon in den Läden.

Don’t forget to love your clothes!

Elke