Der Blog zu Fairer Mode, Green Fashion & den Schattenseiten der Textilindustrie

Blog: Faire Mode, Green Fashion & Schattenseiten der Textilindustrie


Frohes Neues Jahr! Und: Pläne für Fairkleidet

Liebe Community!
 
Ich wünsche Euch allen ein Frohes neues Jahr 2019! Ich hoffe Ihr hattet eine gesegnete Weihnachtszeit und ein rauschendes Fest zum Jahreswechsel!
 
Das vergangene Jahr 2018 hat für Fairkleidet viele Neuerungen gebracht. Unser Shop für ökofaire Mode ist online gegangen und ich freue mich sehr, dass Ihr – meine Community und alle Kundinnen und Kunden – meine Vision von einer Firma, die eine Alternative zum gedankenlosen Massenkonsum ist, teilt.
 
Für 2019 habe ich viel vor!
Das Sortiment wird endlich wachsen! Und auch in Sachen Aktivismus wird es Neuerungen geben!
 
Ich freue mich auf einen inhaltlichen Schwerpunkt, nämlich Plastik und Chemikalien in Bekleidung! Plastik hat uns oft gute Dienste geleistet, aber so langsam fällt auf: Upps! Doch nicht soooooo toll mehr, jetzt.
 
Mehr möchte ich hier noch nicht verraten.
Um auf dem Laufenden zu bleiben, folge uns am besten auf dem Kanal, der Dir am meisten zusagt.
 
Oder Direkt auf: www.fairkleidet.com
 
Nochmal Alles Liebe von mir an Euch!
Eure Elke Jumpertz


Fast Fashion kostet Dich in Wahrheit richtig viel Geld

Denkst Du auch manchmal „Biomode? Nice, aber kann ich mir nicht leisten!“

Das Gegenteil ist der Fall! Ich habe herausgefunden, dass Fast Fashion ein unglaublich teurer Lebensstil ist. Und das meine ich dieses Mal nicht im Hinblick auf die ökologischen und sozialen Kosten, die zur Zeit in diese Mode nicht eingepreist sind, sondern ganz konkret anhand Deines Geldbeutels!

Wenn Du einen ganz normalen durchschnittlichen Kleiderkonsum hast, gibst Du im Jahr 513,77 Euro für Bekleidung aus (Quelle: UBA Texte (39/2016): S. 60). Damit es anschaulicher zu rechnen ist, sagen wir mal 520 Euro, also jede Woche zehn Euro für Bekleidung.

Wir gehen jetzt mal davon aus, dass Du noch keine nachhaltige Garderobe hast und Du Dich nach dem derzeit vorherrschenden Mode-Prinzip der Fast Fashion einkleidest, weil man sie ja überall hinterhergeworfen bekommt. Statistisch gesehen gehst Du 14 mal pro Jahr für Dich selbst Kleidung einkaufen (Quelle: Splendid Research 2016). Dann kaufst Du durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke im Jahr, wovon Du allerdings 40 Prozent der Kleidung selten oder nie tragen wirst (Quelle: Brodde/Zahn (2018): S. 10).

Fast Fashion bedeutet: 40% Deines Kleiderbudgets könntest Du auch gleich in die Mülltonne schmeissen!

40 Prozent von Deinem wöchentlichen Budget von zehn Euro sind vier Euro pro Woche. Wenn wir es auf den Monat hin rechen, sind es schon 16 Euro und auf das Jahr gesehen immerhin 208 Euro von den 520 Euro Jahresbudget.

208 Euro! So viel Geld.

Viele dieser Produkte wirst Du nie, andere an ca. zwei bis höchstens vier von 365 Tagen nutzen. Prozentual gesehen sind das 0,55 – 1,1 Prozent des Jahres. Du gibst also jährlich 208 Euro aus, für Produkte, die Dir nicht wirklich viel nutzen, die Deinen Kleiderschrank vollstopfen, für die Du in die Stadt fährst, viel von Deiner kostbaren Freizeit benötigst oder einen Paketboten beauftragen musst, die unsere Umwelt belasten und für die Menschen am anderen Ende der Welt oft schlecht bezahlt sind.

208 Euro! So viel Geld! So viel Geld für ein Produkt, dass fast keinen Beitrag zu Deinem Bedarf an Kleidung leistet!

Auch krass: Weil jede und jeder von uns so viel Geld für eine so geringe Bedarfsdeckung ausgibt und deshalb immer wieder etwas kaufen muß, weil keine Bedürfnisbefriedigung eintritt, werden die Menschen, die hinter dem System stehen, biblisch reich.

Fast Fashion ist ein White Elephant

Mir fehlen die Worte. Und das meine ich gar nicht im übertragenen Sinne, sondern ganz wörtlich: Es gibt im Deutschen leider keinen Begriff für etwas das so nutzlos ist wie diese Kleider, die nur Deinen Schrank vollstopfen und Dich ein heiden Geld kosten.

Im Englischen würde man diese Kleider, die so wenig Nutzen bringen vielleicht „White Elephant“ nennen: Etwas, dass man zu einem erschwinglichen Preis bekommt, aber große Folgekosten produziert. In Deinem Fall: Die Klamotte macht Deinen Schrank voll, Du findest oft nix mehr, sie nervt wenn Du sie entsorgen musst und sie bindet Dein Kapital für andere nötige Anschaffungen.

Über die Folgekosten für Klima, Böden, Wasser und Produzierende rede ich heute ja wie gesagt nicht. Denke doch mal darüber nach, dass Dein Budget sinnvoller angelegt ist, wenn Du Dir etwas dauerhaftes, nachhaltiges und schönes zum Anziehen kaufst, dass Du immer und immer und immer wieder anziehen möchtest! Vielleicht nicht so viele Teile, aber dafür in besserer Qualität!

Ich persönlich fände es übrigens auch viel zu traurig, wenn ich so viel Geld in Kleider stecken würde, die ich nie sehe / trage / nutze, weil ich sie nicht brauche. Schliesslich haben Shirts eine Seele und wie Ihr ja wisst, ich….

Liebe meine Kleidung ♥

So long, habt einen guten Advent!

Eure Elke

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Literaturnachweise:

Brodde, Kirsten; Zahn Alf-Tobias (2018): Einfach anziehend. Oekom Verlag.

Splendid Research (2016): Slow Fashion Monitor 2016, im Internet unte: https://www.splendid-research.com/de/slowfashion.html, abgerufen am 07.12.2018.

UBA Texte (39/2016): Kleinhückelkotten et. al.: Repräsentative Erhebung von Pro Kopf Verbräuchen natürlicher Ressourcen in Deutschland (nach Bevölkerungsgruppen), S. 60.


Fairkleidet im Interview über wunderschöne Mode, Umweltzerstörung und echte Nachhaltigkeit

Das Coworking Forum Food & Nachhaltigkeit in Köln-Ehrenfeld hat mich diese Woche interviewt! Das war ganz schön spannend!

Wieso ist mir nachhaltiger Konsum so wichtig? Und warum liebe ich Coworking? Das und mehr erfahrt Ihr da unten im Text! Danke fürs Fragen, an das CoWorking Team! Es macht einfach Spaß bei Euch!

Das Interview ist erschienen am 27.8.2018 auf der Facebook Seite vom Forum Food & Nachhaltigkeit.

Tell us your Story

Wir als Coworking Space für Food und Nachhaltigkeit bringen die unterschiedlichsten Leute zusammen mit einer Zielrichtung.

Name: Elke Jumpertz / Fairkleidet
Motto: Liebe deine Kleidung
Show us a picture (Zeig dich uns mit einem Bild von dir / deinem Logo)

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Your business (Was machst du denn genau?)Ich möchte Menschen überzeugen ihren Konsum nachhaltiger zu gestalten. Es gibt unheimlich viele wunderschöne ökologisch und sozial gerecht erzeugte Dinge, die unseren Alltag bereichern können. Es ist oft ganz einfach etwas auszuwählen, dass keinen schweren ökologischen Rucksack trägt, wenn man sich an bestimmte Werte erinnert, die für uns alle im menschlichen Miteinander fest verankert sind. Wir müssten sie eben nur noch auf die Welt der Dinge übertragen. Im Shop von Fairkleidet gibt es deshalb ein Sortiment an ökofairer Mode, nachhaltigem Spielzeug und ökologischen Heimtextilien.
Ein freundlicher und friedlicher Umgang mit uns selbst und mit der Natur macht uns aufmerksamer für echte Nachhaltigkeit. Kein Mensch hat Lust mit seinem Konsum Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeiten zu unterstützen. Ich möchte mit Fairkleidet Alternativen zeigen und ein Angebot schaffen, dass Menschen in ihren Bedürfnissen ernst nimmt, aber auch daran erinnert, dass es notwendig ist, einen achtsamen Konsum zu leben. Wir haben nur eine Erde und stehen vor globalen Herausforderungen mit dem Klimawandel und der ökologischen Zerstörung aus einer Übernutzung der Natur. Wir leben immer noch in einem der reichsten Länder dieser Erde und müssen innovativ sein. Wir haben die Möglichkeiten und die Fähigkeiten dazu.
Diese Dinge gehen natürlich weit über die Konsumentscheidungen des einzelnen hinaus. Die Menschen haben in ihrem Alltag genug um die Ohren, mit dem sie sich herumschlagen müssen, deshalb möchte ich mit Fairkleidet leicht zugängliche Möglichkeiten für den eigenen nachhaltigen Konsum schaffen. Aber auch eine politische Wirkung entfalten und engagiere mich im Netzwerk Nachhaltiger Konsum, dass die Bundesregierung ins Leben gerufen hat. Dort wird diskutiert und mit vielen anderen Unternehmen, WissenschaflerInnen, Politik und Verbänden nach sinnvollen Strategien gesucht, wie wir unsere Welt so gestalten können, dass sie auch in Zukunft noch lebenswerte Umweltbedingungen hat.

Your Motivaton (Was treibt dich an und wofür stehst du?)

-Ein nachhaltiger Lebensstil bietet so viele Vorteile für einen selbst, die Umwelt und die Menschen, die in der Erzeugung arbeiten. Ich möchte, dass die VerbraucherInnen dies erkennen und mehr danach handeln.
-In einer Welt in der die totale Billig Kleidung und Mentalität den Markt beherrscht, ist es wichtig den Anteil an ökologisch hergestellter Kleidung auszubauen. Dazu soll Fairkleidet einen Beitrag leisten.

Your Future (Was sind deine Zukunftspläne und Projekte?)

Ganz konkret werde ich am 27.September auf der Fair Trade Night hier in Köln dabei sein und freue mich sehr auf die vielen Gespräche und Besucher, die Lust haben an meinem Stand richtig coole ökofaire Mode anzuprobieren.
Und langfristig: Fairkleidet darf nun erstmal ganz in Ruhe wachsen und sich weiterentwickeln.
Fairkleidet arbeitet nicht nur nach nachhaltigen, ökologischen Grundprinzipien. Ich orientiere mich auch an den Kriterien der „Gemeinwohlökonomie“ nach Christian Felber. Außerdem möchte ich ein anthroposophisches Unternehmen schaffen, dass sich am „Wirtschaftlichen Impuls der Anthroposophie“ orientiert. Ich habe in beiden Denkrichtungen zuverlässige Impulse für den Aufbau meiner Unternehmensidee gefunden – und dies möchte ich weiterentwickeln.

Fotos deiner Projekte?

Wie kamst du auf das Coworking Space Forum Food und Nachhaltigkeit und warum gerade wir?

Nun ja, bisher habe ich allein zu Haus gearbeitet und dort stößt man immer wieder an Grenzen, auch wenn es zu Beginn sehr praktisch war. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, an dem ich froh darüber bin eine richtig, coole Büroatmosphäre zu haben, in der ich sehr konzentriert und effizient arbeiten kann.
Ich genieße den Austausch mit Menschen, die mit ihrer Arbeit dieselben Ziele verfolgen wie ich und man profitiert gegenseitig voneinander.

Wie und wo bist du erreichbar?

Besucht mich gerne auf meiner Website, auf Instagram oder Facebook, oder folgt mir auf Twitter
https://www.fairkleidet.com/
https://www.instagram.com/fairkleidet/
https://www.facebook.com/fairkleidet.de/
https://twitter.com/fairkleidet

Und kommt doch alle am 27.9. 2018 zur Fair Trade Night nach Köln ins Rautenstrauch-Joest-Museum, dass wird super!


Nachhaltigkeit & Mode: Unsere Werte

Heute stelle ich Euch die Prinzipien und Ziele vor, nach denen wir bei Fairkleidet arbeiten und leben. Das ist sozusagen das Sprungbrett von dem aus wir ins Wasser springen!

Fairkleidet basiert auf den Werten:

  • Solidarität
  • Soziale & ökologische Verantwortung
  • Nachhaltigkeit & Bewusstsein
  • Ethik in der Wirtschaft
  • Rhythmus als Prinzip

Aus allen diesen Punkten ergeben sich handfeste Maximen, nach denen wir arbeiten. Was das konkret heisst, erfahrt Ihr heute schon auf www.fairkleidet.com oder demnächst hier im Blog!

Herzliche Grüße!

Eure Elke

 


Neueröffnung: Fairkleidet – Dein Green Fashion Online Shop ist da

Endlich ist es soweit! Der Online-Shop von Fairkleidet ist eröffnet!! Hierzu möchte ich Dich ganz herzlich einladen einmal reinzuklicken und Dir all die schönen Dinge anzusehen, die es dort schon gibt! It’s lovely!

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Das Angebot im Shop von Fairkleidet – Dein Green Fashion Online Shop ist zu 100% bio, fair und nachhaltig!

 

 

 

 

 

Es ist mir eine Herzensangelenheit Menschen dazu zu motivieren, ihren Konsum zu überdenken und sie dabei zu unterstützen, nachhaltiger in ihrem Lebensstil zu werden. Es ist gar nicht so schwer manche Dinge im Einkauf auf Nachhaltigkeit umzustellen. Und es gibt wirklich wunderbare Produkte. Im Fairkleidet.com Newsletter, den Du hier abonnieren kannst, findest Du spannende Infos über ökofaire Produkte und günstige Angebote. Über mein Interesse an den Fragen der Produktionsbedingungen von herkömmlichen Textilien bin ich ja zur ökofairen Mode gekommen und ich war und bin immer noch total fasziniert von all den schönen Dingen und der Ästhetik der Bio-Spielzeuge, fairen Kleider und ökologischen Heimtextilien! Das Sortiment wächst stetig.

Ich hoffe, ich kann Euch zu diesem Thema weiterhin mit spannenden Hintergründen und Infos aus der Welt der ökofairen Textilien versorgen. Zugleich werde ich hier auf dem Blog wie gewohnt Position beziehen, rund um Fragen, die mit unserem alltäglichen Konsum zusammenhängen.

Sicherlich habt ihr schon bemerkt, dass der Blog nun nicht mehr wie gewohnt unter Fairkleidet.com läuft, sondern man erst noch einen Klick weiter gehen muss, indem man  in die Kategorie „Blog“ klickt!

Zuguterletzt: Neben dem Blog, der das traditonelle Herzstück von Fairkleidet ist, poste ich Neuigkeiten aus der Welt der ökofairen Mode und Inhalte auf Instagram, Facebook und Twitter. Nicht immer werden alle Kanäle mit den gleichen Infos bestückt. Es lohnt sich also auf allen Plattformen, die Du nutzt, Fairkleidet zu abonnieren!

Herzliche Grüße sendet

Eure Elke

 


Ein Elefant passt nicht in den Kleiderschrank, oder? Über Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und und Mode

Wusstest Du, dass…

allein die Verlängerung der Lebensdauer von einem auf zwei Jahre die CO2 Emissionen unserer Kleidung um 24 Prozent reduzieren würde?

Jedes Kleidungsstück, das Du besitzt, verursacht bei seiner Produktion einen ökologischen Rucksack. Dieser besteht aus allen Ressourcen, die benötigt werden, um es zu produzieren: Faser-Rohstoffe und alles, was eingesetzt wird, um diese Rohstoffe zu erzeugen. Baumwolle braucht  beim  Anbau zum Beispiel Land und Wasser,  Polyester bei der Erzeugung beispielsweise Erdöl. Natürlich braucht man auch Energie. In den nächsten Schritten der Ernte und Weiterverarbeitung wird wieder Energie verwendet und jede Menge weitere Dinge Farben, damit es bunt wird zum Beispiel. Diese Liste ist beliebig lang und beliebig unterschiedlich, je nachdem, wie das Kleidungsstück beschaffen ist oder auch ob man ein ökologisch erzeugtes Kleidungsstück in Händen hält oder ein konventionell hergestelltes.

Berechnungen ergeben, dass man für ein Baumwoll T-Shirt je nach Webdichte, Herstellungsart und Größe zwischen 5-9 Kilogramm CO2 braucht. Dabei „wiegen“ vor allem die eingesetzten Dünger und Pestizide kräftig mit. Einen großen Anteil macht mit 2700 Litern auch das Wasser aus, das für die Erzeugung und Waschung der Baumwolle benötigt wird. Kluge Köpfe vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie haben einmal alle Ressourcen einberechnet, die für Rohstoffe und Aufwand für die Erzeugung eines T-Shirts notwendig wären und sind auf eine unglaublich beachtliche Zahl gekommen:

5 Tonnen für ein einziges T-Shirt! 5 Tonnen – so viel wiegt ein ausgewachsener Elefant!

Krass, oder! Ein T-Shirt! Ein Elefant!

Aber ein Elefant passt gar nicht in meinem Kleiderschrank!!?

Der Naturverbrauch, der mit der textilen Produktion einhergeht ist also, nun ja, sagen wir mal deutlich zu groß! Das Prinzip Fast Fashion, das auf einem intensiven Konsum und einer kleinen wirtschaftlichen Gewinnspanne pro Kleidungsstück beruht, verursacht eine intensive Überanspruchung unserer Natur. Weil wir aber nicht mehrere Erden zur Verfügung haben, ist es wichtig die Ressourcenproduktivität in der industriellen Produktion massiv zu erhöhen. Diese Erkenntnis wird seit den 1990er Jahren in der Nachhaltigkeitsdiskussion unter dem Konzept Faktor 10 diskutiert. Geprägt wurde es von dem Wissenschaftler Friedrich Schmidt-Bleek. Hierzu kann man viel nachlesen und weiterdenken. Und natürlich müssen solche Konzepte auch umgesetzt werden. Sie erfodern viel von uns allen, wenn wir in Zukunft nachhaltiger leben wollen (oder müssen!).

Und was kannst Du schon heute tun?fact1

Wenn Du Deine Kleidung länger trägst, ist das gut für die Umwelt! Weil sich dann natürlich der eingesetzte Ressourceneinsatz prozentual gesehen reduziert.

Also: Liebe Deine Kleidung!
Eure Elke

 

Quellen:

Steinlein, Christina: Wir Klimaschweine. Focus Online Artikel vom 08.12.2009, abgerufen am 24.04.2018. Online unter: https://www.focus.de/wissen/klima/klimapolitik/tid-16518/nachhaltigkeit-kleidung_aid_461058.html

Carbon Trust (2011), Clothing – International Carbon Flows (CTC793). Online unter https://www.carbontrust.com/media/38358/ctc793-international-carbon-flows-clothing.pdf, abgerufen am 24.04.2018.

Lexikon der Nachhaltigkeit: Ökologischer Rucksack. Online unter:  https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/schmidt_bleek_mips_konzept_971.htm, abgerufen am 24.04.2018.

Schmidt-Bleek, Friedrich: Wieviel Umwelt braucht der Mensch? Faktor 10 – das Maß für ökologisches Wirtschaften. dtv, München 1997.

Greenpeace: Konsumkollaps durch Fast Fashion. Online unter: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf, abgerufen am 24.04.2018.

 


Auf hoher See – Bericht zum 2. Netzwerktreffen Nachhaltiger Konsum

Um es gleich vorab zu sagen: Bei dem Netzwerktreffen wurde viel diskutiert, ich habe spannende Leute kennengelernt und erfahren, dass zu Berliner Buffets im Landwirtschaftsministerium mittlerweile Pappschachteln bereit gestellt werden, um die Reste mit nach Hause zu nehmen. Klar wurde mir aber auch: Wir sind noch weit von den Leuchttürmen für nachhaltigen Konsum entfernt.

Um im Bilde zu bleiben: Wir befinden uns noch mitten auf hoher See.

 

Am 12.12. 2017 trafen sich im Bundeslandwirtschaftministerium in Berlin zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Ministerien, Firmen und interessierte Bürgerinnen und Bürger, um über die Weiterentwicklung des nachhaltigen Konsums in Deutschland zu diskutieren. Fairkleidet war wie versprochen dabei und ich möchte Euch einen kurzen Bericht zu meinen persönlichen Eindrücken des Treffens geben.

Zur Info: Das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum wurde von der Bundesregierung initiiert, um die Konsummuster so zu verändern, dass sie in einer begrenzten Welt an unsere ökologischen und ökonomischen Grenzen angepasst sind.

Was wird bisher unter Nachhaltigem Konsum verstanden?

Konsum ist dann nachhaltig, „wenn er zur Bedürfnisbefriedigung aller heute lebenden Menschen führt und die Bedürfnisbefriedigungsmöglichkeiten zukünftiger Generationen nicht gefährdet“ (Hansen/Schrader 2001, 22). Sprich: es ist eine wichtige intergenerationelle Sache: Wir sollten alle nicht über unsere (ökologischen und wirtschaftlichen) Verhältnisse leben. Die Konsumfreiheit soll aber nicht eingeschränkt werden, so die gängige Meinung. Natürlich spielt auch die Frage nach einer „Kultur des Genug“ eine wichtige Rolle. Der Konsument wägt auch soziale und ökologische Fragen ab und strebt nicht immer nur nach „Mehr“. Über die individuellen Fragen des Konsum hinaus steht aber auch eine wichtige Frage im Zentrum, die noch viel, viel stärker betrachtet werden muss, nämlich die Tatsache, dass zur Verwirklichung nachhaltigen Konsums „auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen [gehören, E.J.], die es den Menschen ermöglichen, diesem Bewusstsein gemäß zu handeln“ (UBA 2001, 76).

Vom Leitbild in die Praxis

Bis jetzt ist das Konzept des nachhaltigen Konsums fast nur ein Leitbild, dass sich aus den Nachhaltigkeitsdiskussionen seit der Rio-Deklaration 1992 entwickelt hat. Um dieses Leitbild auszugestalten und in die Praxis zu führen, gibt es also nun den Prozess um das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum.

Es ist sehr erfreulich, dass sich bisher drei Bundesministerien in der Umsetzung und in der Prozessgestaltung dieses Programms einbringen (Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz/Justiz). Interministerielle Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturen und Zielen ist sicherlich nicht einfach und  verlangt den unterschiedlichen Akeuren sicherlich einiges ab.

Das Programm selbst umfasst sechs Bedürfnisfelder:

  • Bekleidung
  • Mobilität
  • Ernährung
  • Wohnen & Haushalt
  • Arbeiten & Büro
  • Freizeit & Tourismus

In diesen einzelnen Sektoren existieren schon einige Ansätze, dass wir als Verbraucherinnen und Verbraucher heute schon die Möglichkeit haben, nachhaltig zu konsumieren. Es gibt diverse Nachhaltigkeitssiegel, die Orientierung ermöglichen und viele, viele Initiativen und Massnahmen. Aber insgesamt ist der Anteil von nachhaltigem Konsum am Konsum aller Bürgerinnen und Bürger noch recht gering.

Und nun?

Konkretes gibt es noch nicht viel, so war mein Eindruck des Treffens. Viele der Diskussionen empfand ich als nicht zielführend, sie waren zu wenig zugespitzt und prozess- statt ergebnisorientiert. Vielleicht hat diese Unverbindlichkeit des Treffens damit zu tun, dass es noch keine Regierung im Dezember gab oder einfach aber auch, dass der Prozess der politischen Programmgestaltung noch arg am Anfang ist. Es war ja auch erst das 2. Netzwerktreffen und vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen.

Immerhin: Die politische Absicht all diese Bedürfnisfelder aktiver zu gestalten, so dass es zukünftig mehr nachhaltigen Konsum gibt, ist vorhanden. Auch in der neuen Bundesregierung, so steht es zumindest im Entwurf des Koalitionsvertrages von CDU,CSU und SPD auf Seite 137 (CDU/CSU, SPD 2018, 137). Es sind gute Absichten, die aber noch einen sehr langen politischen Weg gehen müssen, um in die Praxis zu münden.

Es muss ja klar sein, dass mit einer Konsumtransformation auch eine Transformation der Wirtschaft einhergeht. Angebot und Nachfrageseite müssen gestärkt werden, hierzu sollte aber auch das Bundesministerium für Wirtschaft in den Prozess eingebunden werden, damit die Massnahmen des Programms auch in diesen Feldern unseres politischen Systems durchgreifen können. Ich glaube viele Unternehmen haben erkannt, dass sie nicht in die Zeit der Maßlosigkeit zurückkehren können. Je eher sie verstehen, dass die Zukunft im Konsum nur nachhaltig geht, desto eher erkennen sie Marktchanchen und müssen sie nicht wieder verschlafen.

 

 

Literatur:

CDU/CSU, SPD (2018): Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land, Entwurf des Koaltionsvertrages vom 7. Februar 2018, abgerufen unter http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/koalitionsvertrag-zum-download-koalitionsvertrag-zum-download/20936422.html, am 8.3.2018.

 

Ulf Schrader/Ursula Hansen, Nachhaltiger Konsum, in: UmweltWirtschaftsForum (UWF), 10 (2002) 4, S. 12 – 17.

Umweltbundesamt, Aktiv für die Zukunft – Wege zum nachhaltigen Konsum. Tutzinger Erklärung, Berlin 2001.