Der Blog zu Fairer Mode, Green Fashion & den Schattenseiten der Textilindustrie

Blog: Faire Mode, Green Fashion & Schattenseiten der Textilindustrie


Fachtagung zu Fair Trade in Köln: „Mehr als nur ein fairer Preis“

Der faire Handel wächst! Das ist gut so! Richtig und wichtig ist es auch, dass wir genau analysieren, welche Auswirkungen fairer Handel hat, wie sich Poduktionsbedingungen ändern, welche Konsummuster fairen Handel begünstigen, wer von welchen Handelsstrukturen unter welchen Bedingungen am meisten profitiert.

Wenn man Antworten auf diese und tausend weitere Fragen findet, hat man die Möglichkeit sie in der Praxis zu nutzen. Nur so können Entwicklungen stetig verbessert werden und man findet immer mehr heraus über die Gestaltung einer gerechten Wirtschaftsform.

Um über den Stand der Forschung zu diskutieren, treffen sich vom 23.-25. September 2018 an der Universtität zu Köln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Hierbei werden sicherlich neue Netzwerke entstehen und Wege gefunden, die helfen können, dass es zukünftig mehr Forschung zum Thema Fairer Handel geben kann.

Es gibt rasant spannende Themenpanels, zum Beispiel zu „Fairer Handel im Textilsektor“ oder „Nachhaltiger und Fairer Konsum“.

Infos zu Teilnahme findet ihr untenstehend.

Ich habe mich schon angemeldet und freue mich auf Diskussionen und neue Infos! Und klar: das richtige Outfit für die Konferenz gibt bei www.fairkleidet.com !

LG Eure Elke

Fachtagung „Mehr als nur ein fairer Preis“

Podiumsdiskussion 23.09.2018

Programm 

Sonntag, 23.09.2018

17:00 Uhr: Eröffnung der Veranstaltung

Grußworte Bürgermeisterin der Stadt Köln Effi Scho-Antwerpes, Prorektorin der Universität zu Köln Manuela Günter, Dieter Overath TransFair e.V.

17:15 Uhr: Podiumsdiskussion „Faire öffentliche Beschaffung. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“

Es diskutieren:

  • Dr. Lale Akgün (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg)
  • Rosa Grabe (FEMNET e.V.)
  • Johanna Pulheim (Stadt Köln)
  • Marie-Luise Lämmle (Engagement Global)
  • Dr. Peter Pawlicki (Electronics Watch)
  • Dr. Werner Görg (IHK Köln)

Moderation: Dr. Sarah Brasack (Kölner Stadt-Anzeiger)

 Fachtagung 24.-25.09.2018

Programm

Montag, 24.09.2018

09:00 – 09:15 Uhr Eröffnung der Fachtagung

Grußworte Michael Bollig (Universität zu Köln), Martin Schüller (TransFair e.V./Fairtrade Deutschland)

9:15-11:15 Uhr
Panel 1: Von ländlicher Entwicklung bis Goldabbau – Fallbeispiele aus der Praxis

Moderation: Arisbe Mendoza, Fairtrade International

  • Tajana Mauthofer & Elisabeth Schneider (Ceval, Center for Evaluation): „5 Jahre später – Der Beitrag von Fairtrade auf die ländliche Entwicklung. Ergebnisse aus 6 Fallstudien“
  •  Anna Lefik (Redakteurin http://www.fairer-handel-aktuell.de / Universität Frankfurt): „Was fairen Handel in Sri Lanka kulturell, ökologisch und ökonomisch nachhaltig macht“
  • Regine Beyß (Redakteurin Contraste / Universität Kassel): „Handel auf Augenhöhe. Zapatistischer Kaffee als Beispiel für internationalen Handel im Rahmen des Post-Development-Ansatzes“
  • Jonathan Happ (Leuphana Universität Lüneburg): „Der steinige Weg zum fairen Gold – Herausforderungen der Zertifizierung von Kleinbergbau in Ostafrika“
  • Birgit Hoinle (Universität Hamburg): „Fairer Handel zwischen Stadt und Land – Das Beispiel der Agrosolidaria in Kolumbien“

11:15 -11:30 Uhr Kaffeepause

11:30 –13:30 Uhr
Panel 2: Wertediskurs im Fairen Handel

Moderation: Boris Braun, Universität Köln

  • Stefan Dietrich (fair-ortung.org): „Mehr fair, weniger nachhaltig? Eine ethnographische Wirkungs-Geschichte des Fairen Handels am Beispiel der Bananenproduktion Ecuadors“
  • Lars Winterberg (Universität Regensburg): „Kulturphänomen Fairer Handel: Akteure, Praktiken, Formationen“
  • Carlos Sosa (Universität Innsbruck): “Fair Gold? Political ecology of the ethical gold certification in the Peruvian Atacama Desert”
  • Andri Brugger & Miriam Wenner (Universität Zürich): „Wie Ideen reisen. Eine Analyse der diskursiven Dimension von Fairtrade entlang der Wertschöpfungskette von Tee in Darjeeling/Indien“
  • Jutta Kister (Universität Innsbruck): „Von Wachstum und Werten. Globale Wertschöpfungsketten im Fairen Handel“

13:30 – 15:00 Uhr Mittagessen

15:00 – 17:00 Uhr
Panel 3: Nachhaltiger und Fairer Konsum

Moderation: Claudia Brück, TransFair e.V.

  • Sebastian Koos (Universität Konstanz): “The Fair Trade Movement and the Rise of Ethical Consumerism in Affluent Democracies”
  • Elena Kossmann (Fairtrade International / Universidad Autónoma de Madrid): „Entscheidungsprozesse für den Kauf von nachhaltigen Produkten mit Schwerpunkt auf Fairtrade-Kaffee“
  • Guli-Sanam Karimova (Universität Kiel): „Ethik des Konsums vs. ethischer Konsum: Die normativen Bewertungskriterien der globalen Wertschöpfungsketten aus der Sicht der Konsumenten“
  • Nina Langen (TU Berlin): „Fair Trade Kaffee: (k)eine Frage des Preises?!“
  • Isabel Günther & Marcella Veronesi (ETH Zürich): “Fairtrade chocolate consumption in Switzerland: Warm glow, moral licensing, donation substitute, or unconscious consumption?”

17:00 Uhr Diskussion

19:00 Uhr Gemeinsames Abendessen (nur auf Einladung)
Dienstag, 25.09.2018

9:00 – 10:40 Uhr
Panel 4: Fairer Handel im Textilsektor

Moderation: Sandra Kurfürst, Universität Köln

  • Sabrina Vassallo (Meo Carbon Solutions / TH Köln): „Unterschiedliche Dimensionen von Nachhaltigkeit in der Mode“
  • Christiane Meyer & Christine Höbermann (Leibniz Universität Hannover): „Fair Fashion und Slow Fashion – Nachhaltigkeitsbewusstsein im Kontext der textilen Kette “
  • Ina Köhler & Elisabeth Hackspiel-Mikosch (AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf): “Buy Good Stuff – Fair Fashion Shopping Guide Düsseldorf”
  • Sabin Bieri (Universität Bern): “Leave no one behind: Organic Cotton in Burkina Faso“


10:50 – 11:20 Uhr
Vorstellung der neu veröffentlichten Charta des Fairen Handels

Manuel Blendin (Forum Fairer Handel), Claudia Brück (TransFair e.V.)


11:20 – 13:20 Uhr
Panel 5: Fairer Handel kontrovers

Moderation: Manuel Blendin, Forum Fairer Handel

  • Friedel Hütz-Adams (Südwind Institut): „Chancen & Grenzen der Zertifizierung“
  • Stephan Silvestrini (Ceval, Center for Evaluation): „Verändert der Faire Handel die Gesellschaft?“
  • Tijo Salverda (Universität Köln): “Capitalism and its Limits: Fairer Trade in the Age of Environmental Concerns”
  • Andreas Gemählich (Universität Bonn): „Alle Macht den Supermärkten? Fairtrade als Kontroll- und Machtinstrument in der globalen Blumenindustrie“
  • Alexander Herzner (Ostbayrische Technische Hochschule Amberg-Weiden): Diskrepanz zwischen Produzenten & Konsumentenverantwortung – ist Fairtrade die Lösung?

13:20 Uhr Ende der Veranstaltung

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Anmeldung und weitere Infos sind auf der Konferenzwebsite zu finden:

http://gssc.uni-koeln.de/fairtrade.html

#fairhandeln #fairkleidet #fairewoche


Fairkleidet im Interview über wunderschöne Mode, Umweltzerstörung und echte Nachhaltigkeit

Das Coworking Forum Food & Nachhaltigkeit in Köln-Ehrenfeld hat mich diese Woche interviewt! Das war ganz schön spannend!

Wieso ist mir nachhaltiger Konsum so wichtig? Und warum liebe ich Coworking? Das und mehr erfahrt Ihr da unten im Text! Danke fürs Fragen, an das CoWorking Team! Es macht einfach Spaß bei Euch!

Das Interview ist erschienen am 27.8.2018 auf der Facebook Seite vom Forum Food & Nachhaltigkeit.

Tell us your Story

Wir als Coworking Space für Food und Nachhaltigkeit bringen die unterschiedlichsten Leute zusammen mit einer Zielrichtung.

Name: Elke Jumpertz / Fairkleidet
Motto: Liebe deine Kleidung
Show us a picture (Zeig dich uns mit einem Bild von dir / deinem Logo)

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Your business (Was machst du denn genau?)Ich möchte Menschen überzeugen ihren Konsum nachhaltiger zu gestalten. Es gibt unheimlich viele wunderschöne ökologisch und sozial gerecht erzeugte Dinge, die unseren Alltag bereichern können. Es ist oft ganz einfach etwas auszuwählen, dass keinen schweren ökologischen Rucksack trägt, wenn man sich an bestimmte Werte erinnert, die für uns alle im menschlichen Miteinander fest verankert sind. Wir müssten sie eben nur noch auf die Welt der Dinge übertragen. Im Shop von Fairkleidet gibt es deshalb ein Sortiment an ökofairer Mode, nachhaltigem Spielzeug und ökologischen Heimtextilien.
Ein freundlicher und friedlicher Umgang mit uns selbst und mit der Natur macht uns aufmerksamer für echte Nachhaltigkeit. Kein Mensch hat Lust mit seinem Konsum Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeiten zu unterstützen. Ich möchte mit Fairkleidet Alternativen zeigen und ein Angebot schaffen, dass Menschen in ihren Bedürfnissen ernst nimmt, aber auch daran erinnert, dass es notwendig ist, einen achtsamen Konsum zu leben. Wir haben nur eine Erde und stehen vor globalen Herausforderungen mit dem Klimawandel und der ökologischen Zerstörung aus einer Übernutzung der Natur. Wir leben immer noch in einem der reichsten Länder dieser Erde und müssen innovativ sein. Wir haben die Möglichkeiten und die Fähigkeiten dazu.
Diese Dinge gehen natürlich weit über die Konsumentscheidungen des einzelnen hinaus. Die Menschen haben in ihrem Alltag genug um die Ohren, mit dem sie sich herumschlagen müssen, deshalb möchte ich mit Fairkleidet leicht zugängliche Möglichkeiten für den eigenen nachhaltigen Konsum schaffen. Aber auch eine politische Wirkung entfalten und engagiere mich im Netzwerk Nachhaltiger Konsum, dass die Bundesregierung ins Leben gerufen hat. Dort wird diskutiert und mit vielen anderen Unternehmen, WissenschaflerInnen, Politik und Verbänden nach sinnvollen Strategien gesucht, wie wir unsere Welt so gestalten können, dass sie auch in Zukunft noch lebenswerte Umweltbedingungen hat.

Your Motivaton (Was treibt dich an und wofür stehst du?)

-Ein nachhaltiger Lebensstil bietet so viele Vorteile für einen selbst, die Umwelt und die Menschen, die in der Erzeugung arbeiten. Ich möchte, dass die VerbraucherInnen dies erkennen und mehr danach handeln.
-In einer Welt in der die totale Billig Kleidung und Mentalität den Markt beherrscht, ist es wichtig den Anteil an ökologisch hergestellter Kleidung auszubauen. Dazu soll Fairkleidet einen Beitrag leisten.

Your Future (Was sind deine Zukunftspläne und Projekte?)

Ganz konkret werde ich am 27.September auf der Fair Trade Night hier in Köln dabei sein und freue mich sehr auf die vielen Gespräche und Besucher, die Lust haben an meinem Stand richtig coole ökofaire Mode anzuprobieren.
Und langfristig: Fairkleidet darf nun erstmal ganz in Ruhe wachsen und sich weiterentwickeln.
Fairkleidet arbeitet nicht nur nach nachhaltigen, ökologischen Grundprinzipien. Ich orientiere mich auch an den Kriterien der „Gemeinwohlökonomie“ nach Christian Felber. Außerdem möchte ich ein anthroposophisches Unternehmen schaffen, dass sich am „Wirtschaftlichen Impuls der Anthroposophie“ orientiert. Ich habe in beiden Denkrichtungen zuverlässige Impulse für den Aufbau meiner Unternehmensidee gefunden – und dies möchte ich weiterentwickeln.

Fotos deiner Projekte?

Wie kamst du auf das Coworking Space Forum Food und Nachhaltigkeit und warum gerade wir?

Nun ja, bisher habe ich allein zu Haus gearbeitet und dort stößt man immer wieder an Grenzen, auch wenn es zu Beginn sehr praktisch war. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, an dem ich froh darüber bin eine richtig, coole Büroatmosphäre zu haben, in der ich sehr konzentriert und effizient arbeiten kann.
Ich genieße den Austausch mit Menschen, die mit ihrer Arbeit dieselben Ziele verfolgen wie ich und man profitiert gegenseitig voneinander.

Wie und wo bist du erreichbar?

Besucht mich gerne auf meiner Website, auf Instagram oder Facebook, oder folgt mir auf Twitter
https://www.fairkleidet.com/
https://www.instagram.com/fairkleidet/
https://www.facebook.com/fairkleidet.de/
https://twitter.com/fairkleidet

Und kommt doch alle am 27.9. 2018 zur Fair Trade Night nach Köln ins Rautenstrauch-Joest-Museum, dass wird super!


Nachhaltigkeit & Mode: Unsere Werte

Heute stelle ich Euch die Prinzipien und Ziele vor, nach denen wir bei Fairkleidet arbeiten und leben. Das ist sozusagen das Sprungbrett von dem aus wir ins Wasser springen!

Fairkleidet basiert auf den Werten:

  • Solidarität
  • Soziale & ökologische Verantwortung
  • Nachhaltigkeit & Bewusstsein
  • Ethik in der Wirtschaft
  • Rhythmus als Prinzip

Aus allen diesen Punkten ergeben sich handfeste Maximen, nach denen wir arbeiten. Was das konkret heisst, erfahrt Ihr heute schon auf www.fairkleidet.com oder demnächst hier im Blog!

Herzliche Grüße!

Eure Elke

 


Auf hoher See – Bericht zum 2. Netzwerktreffen Nachhaltiger Konsum

Um es gleich vorab zu sagen: Bei dem Netzwerktreffen wurde viel diskutiert, ich habe spannende Leute kennengelernt und erfahren, dass zu Berliner Buffets im Landwirtschaftsministerium mittlerweile Pappschachteln bereit gestellt werden, um die Reste mit nach Hause zu nehmen. Klar wurde mir aber auch: Wir sind noch weit von den Leuchttürmen für nachhaltigen Konsum entfernt.

Um im Bilde zu bleiben: Wir befinden uns noch mitten auf hoher See.

 

Am 12.12. 2017 trafen sich im Bundeslandwirtschaftministerium in Berlin zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Ministerien, Firmen und interessierte Bürgerinnen und Bürger, um über die Weiterentwicklung des nachhaltigen Konsums in Deutschland zu diskutieren. Fairkleidet war wie versprochen dabei und ich möchte Euch einen kurzen Bericht zu meinen persönlichen Eindrücken des Treffens geben.

Zur Info: Das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum wurde von der Bundesregierung initiiert, um die Konsummuster so zu verändern, dass sie in einer begrenzten Welt an unsere ökologischen und ökonomischen Grenzen angepasst sind.

Was wird bisher unter Nachhaltigem Konsum verstanden?

Konsum ist dann nachhaltig, „wenn er zur Bedürfnisbefriedigung aller heute lebenden Menschen führt und die Bedürfnisbefriedigungsmöglichkeiten zukünftiger Generationen nicht gefährdet“ (Hansen/Schrader 2001, 22). Sprich: es ist eine wichtige intergenerationelle Sache: Wir sollten alle nicht über unsere (ökologischen und wirtschaftlichen) Verhältnisse leben. Die Konsumfreiheit soll aber nicht eingeschränkt werden, so die gängige Meinung. Natürlich spielt auch die Frage nach einer „Kultur des Genug“ eine wichtige Rolle. Der Konsument wägt auch soziale und ökologische Fragen ab und strebt nicht immer nur nach „Mehr“. Über die individuellen Fragen des Konsum hinaus steht aber auch eine wichtige Frage im Zentrum, die noch viel, viel stärker betrachtet werden muss, nämlich die Tatsache, dass zur Verwirklichung nachhaltigen Konsums „auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen [gehören, E.J.], die es den Menschen ermöglichen, diesem Bewusstsein gemäß zu handeln“ (UBA 2001, 76).

Vom Leitbild in die Praxis

Bis jetzt ist das Konzept des nachhaltigen Konsums fast nur ein Leitbild, dass sich aus den Nachhaltigkeitsdiskussionen seit der Rio-Deklaration 1992 entwickelt hat. Um dieses Leitbild auszugestalten und in die Praxis zu führen, gibt es also nun den Prozess um das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum.

Es ist sehr erfreulich, dass sich bisher drei Bundesministerien in der Umsetzung und in der Prozessgestaltung dieses Programms einbringen (Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz/Justiz). Interministerielle Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturen und Zielen ist sicherlich nicht einfach und  verlangt den unterschiedlichen Akeuren sicherlich einiges ab.

Das Programm selbst umfasst sechs Bedürfnisfelder:

  • Bekleidung
  • Mobilität
  • Ernährung
  • Wohnen & Haushalt
  • Arbeiten & Büro
  • Freizeit & Tourismus

In diesen einzelnen Sektoren existieren schon einige Ansätze, dass wir als Verbraucherinnen und Verbraucher heute schon die Möglichkeit haben, nachhaltig zu konsumieren. Es gibt diverse Nachhaltigkeitssiegel, die Orientierung ermöglichen und viele, viele Initiativen und Massnahmen. Aber insgesamt ist der Anteil von nachhaltigem Konsum am Konsum aller Bürgerinnen und Bürger noch recht gering.

Und nun?

Konkretes gibt es noch nicht viel, so war mein Eindruck des Treffens. Viele der Diskussionen empfand ich als nicht zielführend, sie waren zu wenig zugespitzt und prozess- statt ergebnisorientiert. Vielleicht hat diese Unverbindlichkeit des Treffens damit zu tun, dass es noch keine Regierung im Dezember gab oder einfach aber auch, dass der Prozess der politischen Programmgestaltung noch arg am Anfang ist. Es war ja auch erst das 2. Netzwerktreffen und vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen.

Immerhin: Die politische Absicht all diese Bedürfnisfelder aktiver zu gestalten, so dass es zukünftig mehr nachhaltigen Konsum gibt, ist vorhanden. Auch in der neuen Bundesregierung, so steht es zumindest im Entwurf des Koalitionsvertrages von CDU,CSU und SPD auf Seite 137 (CDU/CSU, SPD 2018, 137). Es sind gute Absichten, die aber noch einen sehr langen politischen Weg gehen müssen, um in die Praxis zu münden.

Es muss ja klar sein, dass mit einer Konsumtransformation auch eine Transformation der Wirtschaft einhergeht. Angebot und Nachfrageseite müssen gestärkt werden, hierzu sollte aber auch das Bundesministerium für Wirtschaft in den Prozess eingebunden werden, damit die Massnahmen des Programms auch in diesen Feldern unseres politischen Systems durchgreifen können. Ich glaube viele Unternehmen haben erkannt, dass sie nicht in die Zeit der Maßlosigkeit zurückkehren können. Je eher sie verstehen, dass die Zukunft im Konsum nur nachhaltig geht, desto eher erkennen sie Marktchanchen und müssen sie nicht wieder verschlafen.

 

 

Literatur:

CDU/CSU, SPD (2018): Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land, Entwurf des Koaltionsvertrages vom 7. Februar 2018, abgerufen unter http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/koalitionsvertrag-zum-download-koalitionsvertrag-zum-download/20936422.html, am 8.3.2018.

 

Ulf Schrader/Ursula Hansen, Nachhaltiger Konsum, in: UmweltWirtschaftsForum (UWF), 10 (2002) 4, S. 12 – 17.

Umweltbundesamt, Aktiv für die Zukunft – Wege zum nachhaltigen Konsum. Tutzinger Erklärung, Berlin 2001.

 

 

 


Ein Geheimnis, das keines mehr ist!

Hallo Ihr Lieben,

auf Instagram verrate ich Euch heute ein Geheimnis, das nun keines mehr ist!!!

Ich habe mich ja schon lange damit herumgetragen und nun soll es endlich passieren:
FAIRKLEIDET DARF WACHSEN!!!

Ich hoffe, Ihr bleibt mir treu!

Für mich ist nachhaltiger Konsum nicht die Lösung allen Übels, das wissen ja die meisten von Euch aus meinen Texten. Aus meiner Sicht müssen wir die Spielregeln ändern und dies kann nicht allein auf den Schultern von Verbraucherinnen und Verbrauchern lasten. Aber wir alle brauchen nunmal leider Dinge zum Leben (wenn auch nicht so viele, wie uns immer alle einzureden versuchen!)

Ich wünsche mir, dass ich hier weiterhin klare Worte finden kann, meine persönliche Meinung bloggen darf und ich Euch über die Dinge, die Fairkleidet und ich erleben, auf dem Laufenden halten kann. Und, dass ich weiterhin politisch arbeiten kann (wenn auch ohne Finanzierung…)!

Mitte Dezember fahre ich z.B. wieder nach Berlin zum 2. Netzwerktreffen Nachhaltiger Konsum, wo Fairkleidet schon seit März 2017 engagiert ist. Ich möchte dort unser aller Interessen einbringen, wenn die zuständigen Institutionen des Bundes und LobbyistInnen von allen Seiten Strategien für die Föderung Nachhaltigen Konsums diskutiert. Wer mehr wissen will findet hier Infos!

What a day! Geniesst ihn, lasst es nicht auf Euch regnen (und wenn dann ignoriert es!)

LG und Love your clothes!

Eure Elke


Fast Fashion – Fast Destruction?

Ich habe eben die Website von Pablo Piovano besucht und ich muss euch sagen, es ist harte Kost. Er ist Fotograf und hat in schockierenden Bildern festgehalten, wie es Menschen ergeht, die in einer Region in Argentinien leben, in der Ackergifte in massivem Umgang auf Erde und Pflanzen gesprüht werden, um Es geht um die vermutlichen Auswirkungen von „Pflanzenschutzmitteln“ im Anbau von Agrargütern. Auch Baumwolle wird mit diesen Mitteln besprüht, weil sie dann billig erzeugt werden kann.Den Preis dafür zahlen die Umwelt und die Menschen, die in den Regionen leben und arbeiten, wie Piovanos Werke eindrücklich zeigen. Von Piovano gibt es im Netz einen Dokumentarfilm, den man dort finden kann.

Und wenn man dann noch den Beitrag der SWR2 Journalistin Gaby Weber „Sklavenarbeiter für Argentiniens Wirtschaft“ hört, fasst man sich echt nur noch an den Kopf vor lauter Schauern.

„Das antikapitalistische Buch der Mode“

 

Aber man darf die Hoffnung nicht verlieren, dass die Welt zum besseren gewandelt werden kann, deshalb lese ich diesen Sommer:

„Das antikapitalistische Buch der Mode“, der britischen Journalistin Tansy E. Hopkins. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf den Sand zwischen meinen Zehen.

Habt einen guten Sommer!

And: Don’t forget to love your clothes!

Eure Elke

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Fairkleidet gratuliert den Preisträgern der „Spitzen Nadel 2017“

Mode lebt von der ständigen Kraft der Veränderung und Erneuerung. Hierfür braucht es Tatkraft, Innovation und Mut für neue Looks und neues Design. Diese Eigenschaften sind aber auch unerlässlich, für alle, die sich für einen ökosozialen Wandel in der Modeindustrie einsetzen.

Um dies zu honorieren und gute Praxisbeispiele öffentlich zu machen, haben das INKOTA-netzwerk e.V. und die Cum Ratione gGmbH aus Paderborn den Preis der „Spitzen Nadel“ ins Leben gerufen. Mit diesem Preis sollen Aktive gewürdigt werden, die schlagkräftige und öffentlichkeitswirksame Aktionen durchführen, die auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam machen. Die „Spitze Nadel 2017“ ist mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert.

In einer feierlichen Veranstaltung, die am Rande der Messen „Greenshowroom“ und „Ethical Fashion Show“ während der „Berlin Fashion Week“ am 04. Juli 2017 stattfand, wurden zwei Preisträger ausgezeichnet. Ausgewählt wurden diese durch eine Jury, bestehend aus Personen des öffentlichen und politischen Lebens, zum Beispiel durch Bärbel Höhn, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und ehemalige Umweltministerin in NRW und dem leitenden Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Franz Kotteder.

Und die Auswahl kann sich sehen lassen: Ausgezeichnet wurden der Gesamtbetriebsrat von „H&M“ in der Kategorie „Politische Schlagkraft“ sowie die Weltläden der Region Iller-Lech in der Kategorie „Breitenwirkung“.

Im November 2016 war es in Bangladesch im Zusammenhang mit turnusmäßigen Gehaltsverhandlungen zwischen Textilunternehmen, Gewerkschaften und Arbeitervertretungen zu massenhaften Entlassungen und Fabrikschliessungen gekommen. In Ashulia wurden 85 Fabriken geschlossen, die Arbeitenden entlassen und aktive Gewerkschafter, die sich für mehr Gehalt ausgesprochen hatten, inhaftiert. Als Reaktion auf die Verhaftung von Arbeiterinnen und Arbeitern in Bangladesch hat die Arbeitnehmervertretung von „H&M“ in Deutschland eine Resolution veröffentlicht, weil unter den betroffenen Fabriken auch 8 Zulieferer von „H&M“ waren. In dieser forderten sie die Freilassung und Wiedereinstellung der Arbeitenden, die sich mit Protest zur Wehr gesetzt hatten. „Die internationale Gewerkschaft IndustriaALL und der bangladeschische Arbeitgeberverband unterzeichneten eine Übereinkunft, damit alle Arbeiter wieder eingestellt werden. Viele sind jedoch noch immer ausgesperrt und es existieren „schwarze Listen“ unliebsamer Arbeiter.“, berichtet das Inkota-netzwerk e.V. in seiner Pressemitteilung zum Preis über die Wirkung der Resolution. Die Resolution kann hier nachgelesen werden.

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Foto: David Gense, Cum Ratione gGmbh

Das Vorgehen des Gesamtbetriebsrates von H&M ist ein mutiger Einsatz, der absolute Vorbildfunktion hat. Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Arbeitnehmervertretungen großer Modekonzerne trauen, aufzustehen und sich für Menschenrechte bei der Produktion der von ihnen verkauften Textilien stark zu machen. Der Einsatz zeigt, dass es sich lohnt, gegen die Missstände in der Textilindustrie vorzugehen“, erläutert Kerstin Haarmann von der gemeinnützigen Gesellschaft cum ratione aus Paderborn, die den Preis gemeinsam mit Berndt Hinzmann vom Inkota-netzwerk e.V. initiiert hat.

Die „Spitze Nadel 2017“ in der Kategorie „Breitenwirkung“ erhielten die Weltläden der Region Iller-Lech für ihre Aktion „XXXL – Wir tragen fair“. In einem Zusammenschluss haben sich 30 Weltläden aus den 15 Gemeinden der Region Iller und Lech verbunden, um mit ihren Aktionen eine größere Reichweite zu erzielen und um Synergieeffekte zu erschliessen. Mittels eines Sternmarsches bei dem sie riesige, überdimensionierte Kleidungsstücke wie Fahnen mit sich trugen und nachher in der Stadt zur Schau stellten, machten Demonstranten am „Fashion-Revolution-Day“ im April auf die problematischen sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in der konventionellen Textilindustrie aufmerksam. Auf den Etiketten sind Geschichten von Menschen abgedruckt, die sich so oder ähnlich täglich in der Kleiderproduktion abspielen: Sie erzählen von arbeitenden Kindern, von mit Pestiziden vergifteten Vätern und unterbezahlten Müttern. Wie zum Beispiel diese: „Ich heiße Behnly. Ich habe dieses T-Shirt genäht. Ich bin neun Jahre alt. Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf. Es ist dunkel, wenn ich in der Fabrik ankomme. Ich arbeite 13 Stunden. Es ist dunkel, wenn ich wieder nach Hause gehe. Ich verdiene weniger als einen Euro am Tag.“

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Foto: David Gense, Cum Ratione gGmbh

Der „Spitzen Nadel“ gelingt es Transparenz und Öffentlichkeit zu erzeugen, für ein wichtiges Thema: Aktionen für mehr Gerechtigkeit und Solidarität in der Modeindustrie. Es bleibt zu wünschen, dass die Medienresonanz für diesen wichtigen Preis zukünftig noch stärker wird. Und das sich hierdurch mehr Menschen vom Engagement der Preisträger inspirieren lassen und ihren Beispielen folgen.

Fairkleidet freut sich über die guten Nachrichten und wünscht sich mehr davon! Wir gratulieren nochmal ganz herzlich den Preisträgerinnen und Preisträgern der „Spitzen Nadel 2017“! Und natürlich schicken wir ein „Danke!“ für das Engagement der Cum Ratione gGmbh und das Inkota-Netzwerk e.V. für die Initiierung und Vergabe der „Spitzen Nadel“.

 

Puh, das war ein langer Artikel! Danke Euch fürs Lesen, sagt

Eure Elke

 

Quellen:

PM Inkota-netzwerk e.V.: http://www.inkota.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-starke-aktionen-fuer-faire-kleidung-ausgezeichnet/, abgerufen am 20.07.2017

PM Cum Ratione gGmbH: http://www.cum-ratione.org/paderborner-gesellschaft-zeichnet-starke-bundesweite-aktionen-fuer-faire-kleidung-aus-die-spitze-nadel-2017-geht-an-den-hm-gesamtbetriebsrat-und-30-weltlaeden-der-region-iller-lech/#more-644, abgerufen am 20.07.2017

Resolution: https://handel-bawue.verdi.de/++file++589875114f5e9235143b5a73/download/Miteilung%20GBR.pdf, abgerufen am 20.07. 2017

Artikel „Kundgebung: Iller-Lech trägt fair“, von Elisabeth Brock in: „Kreisbote“, vom 6. Mai 2017 https://www.kreisbote.de/lokales/kempten/weltlaeden-rufen-moderevolution-8254348.html, abgerufen am 20.07.2017.

Fotos von David Gense, cum ratione gGmbH