Der Blog zu Fairer Mode, Green Fashion & den Schattenseiten der Textilindustrie

Blog: Faire Mode, Green Fashion & Schattenseiten der Textilindustrie

Lauf, Baby, lauf – aber zieh die schadstoffbelasteten Sneaker aus!

Manch einer fällt um, wenn er oder sie den Preis unter den teuren Sneakern im Laden sieht.

Andere kippen aus den Latschen, weil sie die Dinger in asiatischen Fabriken produzieren müssen.

Und wieder andere campieren tagelang vor Geschäften in den Metropolen dieser Welt, um unter den ersten zu sein, die limitierte Auflagen von Sportschuhen ergattern.

Die sitzen also tagelang in der Kälte, um Schuhe zu kaufen, die fies belastet sind, geben dafür ein heiden Geld aus und kommen sich auch noch cool vor. Kinder, setzt Euch doch lieber vor die Filialen der Händler und fordert gesunde Schuhe!

Es ist zum umfallen, zum schreien, kopfschütteln!

Der SWR hat aktuell zum Thema Schadstoffe in Sneakern in der Sendung Marktcheck Schuhe getestet und einen sehenswerten Bericht erstellt, den man nicht so schnell vergisst. Zumindest die Stelle nicht, wo die ArbeiterInnen in die Klinik eingeliefert werden.

Hier ein Zitat aus dem Beitrag:

„Alle untersuchten Schuhe enthalten Rückstände von Weichmachern und manche eine Reihe von verschiedenen Chemikalien. Unter anderem das Lösungsmittel Dimethylformamid, kurz DMF. Experten vermuten, dass DMF die Fruchtbarkeit oder sogar ungeborene Kinder im Mutterleib schädigen können. Zwar gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für DMF, wohl aber eine eindeutige Empfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz. So sollen beispielsweise Arbeitshandschuhe nicht mehr als 10 mg DMF pro Kilogramm enthalten. Ein Wert, den einige der Schuhe in unserer Stichprobe deutlich überschreiten – beim traurigen Spitzenreiter um das 24-fache.“

Quelle: http://www.swr.de/marktcheck/schadstoffe-in-sneakern-gift-fuer-die-fuesse/-/id=100834/did=18329830/nid=100834/e8vc2k/

Ansehen?

Bitteschön:

Ökofaire Alternativen gesucht? Klick Dich durch bei Utopia.de und sag doch Deinen Freunden Sie sollen bitte auch meinen Blog lesen….

Love your clothes & respect your nature!
Eure Elke


Fairkleidet gratuliert Hannes Jänicke zum DUH-Umweltmedienpreis 2016

Es leuchtet in Berlin!

Gestern abend hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in einem schillernden Event ihren renommierten Umweltmedienpreis verliehen. Der Preis geht an Medienschaffende, die sich durch ein aussergewöhnliches Engagement in Sachen Umwelt- und Naturschutz verdient machen.

Die KollegInnen von der DUH haben es wieder geschafft, Menschen auszuwählen, die in diesem Jahr wirklich sehens- und lesenswerte Beiträge erstellt haben, die einem die Augen öffnen über den Zustand der Welt, wie sie ist und warum sie so ist. Egal, ob es um Bäume oder um verpestete Luft in Innenstädten geht:

Allen Preisträgerinnen und Preisträgern einen herzlichen Glückwunsch!

Ganz besonders freut mich, dass der Sonderpreis dieses Jahr an den Schauspieler, Dokumentarfilmer und Umweltaktivisten Hannes Jaenicke für sein langjähriges Engagement im Umwelt- und Verbraucherschutz sowie für fairen Handel geht!

Als aktiver Unterstützer von Femnet e.V. spricht Jänicke Klartext, wenn es um die sozialen und ökologischen Folgen von Fast Fashion geht:

„Die Mode-Industrie und wir als ihre willigen Kunden sind dafür verantwortlich, dass Frauen und Mädchen in den produzierenden Ländern leben und arbeiten wie in den finstersten Zeiten der Sklaverei. FEMNET klärt auf, übt sowohl in den Herstellungsländern als auch auf die milliardenschweren Textilkonzerne politischen Druck aus und unterstützt die Textilarbeiterinnen vor Ort. Wir sollten die Arbeit von FEMNET bekannt machen und unterstützen!“

Hannes Jänicke, zitiert nach: www.femnet-ev.de

Hannes ist deutlich:

Im Blog des Bio-Stoffe Händlers Lebenskleidung erfahrt ihr warum Jänicke Fairtrade Mode & das Gots Siegel toll findet und sein wichtigster Tipp (imho) ist der hier, aus seiner persönlichen Do-it-yourself Liste:

„Konsum-Verweigerung, trotz des unsäglichen »Wachstumsbeschleunigungsgesetzes« (welch hübsche Vokabel). Die Produktion einer Jeans verbraucht 10850 l Wasser, nebst giftigen Färbstoffen etc. Bei einem T-Shirt sind es 2700 l. Müssen wir jedem Modetrend hinterherhecheln und uns ständig neu einkleiden? Brauchen wir wirklich jedes Jahr ein neues Handy? Die neuesten LCD/HDTV/3D-Flatscreen-Geräte? Den trendigsten Elektronik-Schnickschnack? Die Wegwerfgesellschaft hat für Vor- und Nachdenker ausgedient, oder?“

Hannes Jänicke, zitiert nach https://www.wut-allein-reicht-nicht.de/do-it-yourself-liste/

Wie immer: zieht Eure eigenen Schlüsse und bis dahin:

Love your clothes & respect your nature!

Eure Elke


2 Kommentare

Wow: Eco Fashion Week in Vancouver! und Pfui: Doku-Film „RiverBlue“ über den wahren Preis der Mode

Auf, auf zur Eco Fashion Week in Vancouver, dem nach eigenen Angaben weltweit größten Event über Sustainable Fashion. Ansehnlich sind die gezeigten Labels und Designs auf jeden Fall! Wer also auf der Suche nach inspirierenden Ansichten zum Thema Grüne Mode ist, ist hier genau richtig. Man muss ja nicht gleich hinfligen, sondern kann auch mal vorbei surfen… Green Fashion bedeutet ja, dass wir uns alle auf die Suche nach mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen und Menschen in der Mode-Industrie machen.

Einen wichtigen Beitrag hierzu könnte der brandneue Dokumentar-Film RiverBlue leisten. Er zeigt wie barbarisch wir derzeit mit unseren Ressourcen und den Menschen umgehen, die Kleider nähen, Leder gerben und an Flüssen in Regionen leben, in denen Textilien hergestellt werden.

Ich werde mal hören, wann er nach Europa kommen soll.

So long, love your clothes and respect your nature!
Eure Elke


Fair und engagiert in Köln, Bonn, Münster und Linz!

Ich freu mich voll, dass es so viele engagierte Menschen in Sachen Green Fashion gibt! In der letzten Woche haben sich viele ehrenamtliche und hauptamtliche AktivistInnen und Aktivisten, Interessierte und Menschen, die vom Verkauf fairer Produkte leben, auf den Weg gemacht.

Sie wollten uns allen zeigen, dass es lecker und sexy sein kann gut und gerecht zu konsumieren.

In Köln fanden etwa 500 Menschen den Weg zur „Fair Trade Night“ (Ich war leider nur mit dem Herzen dort, weil anderweitig aktiv…)

In Bonn machte Aktivistin Gisela Burckhardt von Femnet im Rahmen der Fairen Woche auf dem Münsterplatz auf die miserablen Produktionsbedingungen in der konventionellen Textilindustrie aufmerksam und betonte, dass es wichtig ist, dass faire Bekleidung raus aus der Nische kommt und wir alle selbst aktiv werden müssen.

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Auch in Münster gabs eine Modenschau im Rahmen der Fairen Woche. Jessica Reyes Rodriguez aus Emsdetten stellte aktuelles aus ihrem Label „Queen and Princess“ vor (haben will!)

 

Und in Linz gabs gleich ne ganze Fabrik voll ökofairer Dinge. Wow!

Also, ich freu mich, dass sich Dinge bewegen und stelle wieder mal fest, dass es vielleicht doch super ist, wenn man sich klonen könnte 😉

So long! Love your Clothes! Eure Elke

 

 

Fotos: http://www.queenandprincess.de/


Blue Jeans? Green Jeans! Fair Jeans! Weil ohne geht’s nicht, oder?

Hallo Ihr Lieben, ich hoffe, Ihr habt alle ein aufregendes Wochenende vor Euch.

Falls ihr etwas Zeit habt, könnt ihr ja was lesen, zum Beispiel über die gepflegte Öko-Jeans, was sie auszeichnet und was sie unterscheidet von den vielen konventionellen Jeansrohstoffen, die mit massivem Pesitzid- und Chemieeinsatz produziert werden. Und um den richtigen Look einer used jeans herzustellen werden Umwelt und Arbeiter nämlich so richtig in die Mangel genommen.

Aber, lest selbst hier gehts zum Artikel von Rebecca Schirge
„Eco- Fashion: Wenn Blue Jeans zur Green Jeans werden“, aus der Wirtschaftswoche!

Viel Spaß beim Lesen!


600 erkrankte Arbeiter und Massenhysterie

Erstaunlich, dass sich Anfang Juni in Bangladesch eine massenhafte Erkrankungswelle von FabrikarbeiterInnen ereignete. Bis zu 600 Menschen wurden so krank, dass sie in verschiedenen Krankenhäusern behandelt werden mussten.  Als Ursache für ihre Übelkeit wurde das Wasser der Fabrik der Firma Starlight Sweaters angesehen, das verschmutzt oder – so der von Gewerkschaftsseite geäußerte Verdacht – absichtlich mit Pestiziden verseucht worden war.

Erstaunlicher noch, dass diese AFP-Meldung (Agence France Press, Quelle hier) von deutschen professionellen Medien und Blogs relativ unbeachtet blieb. Man könnte fast vermuten, dass das Thema Bangladesch nicht schon wieder in die Medien sollte, war doch die deutsche Öffentlichkeit gerade beruhigt, aufgrund der Versprechen der westlichen Textilindustrie, alles werde besser, die aufgrund des öffentlichen Drucks nach dem katastrophalen Einsturz des Rana Plaza, gemacht wurden.

Behörden in Bangladesch: Keine Pestizide im Trinkwasser – nein: Massenhysterie

Noch erstaunlicher ist die Auflösung des Dramas, die von behördlicher Seite aus gemeldet wurde und nun über die Ticker der (ausländischen) Presse liefen.  Das Wasser sei vollkommen in Ordnung gewesen heißt es, vielmehr wären die Menschen dem Phänomen der Massenhysterie verfallen.

Massenhysterie? Was ist das denn?

Erbrechen und Übelkeit können offenbar auch psychologisch ansteckend sein, so die Erklärung. Dieses Phänomen wird als psychische Reaktion auf die Katastrophe im April gewertet. Himmel, wie verunsichert müssen die Menschen sein, wenn es tatsächlich so ist. Mit wieviel Angst geht jemand zur Arbeit, wenn er davon das Kotzen kriegt? Übrigens gab es vor vier Tagen einen erneuten Fall dieser Art, bei dem 450 Arbeiterinnen und Arbeiter betroffen waren.

Ich glaub, mir wird übel.


Bessere Arbeitsbedingungen in Bangladesch: Spitze des Eisbergs oder Zeitenwende?

Die schrecklichen Ereignisse in Bangladesh haben in Deutschland das Thema Textilproduktion in den letzten Wochen hoch auf die Medienagenda geschoben. Endlich passiert etwas! Die Vereinbarungen zum Brandschutz, die nach dem größten Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs in Dhaka von westlichen Textilfirmen getroffen wurden, sind ein Fortschritt. Und ein guter Beleg dafür, dass öffentlicher Druck etwas bewirken kann. Die Aktivitäten von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen wie der Kampagne für saubere Kleidung, haben hierzu erfolgreich beigetragen. Steht Asiens Textilindustrie also vor einer echten Zeitenwende?

Das Abkommen zum Brand- und Gebäudeschutz, dass mit den Gewerkschaften geschlossen wurde, muß erst in der Praxis wirksam werden, bevor man final bewerten kann, ob es etwas taugt oder nicht. Die Gewerkschaften in Bangladesch, wie z.B. die BIGUF (Bangladesh Independent Garment Workers Union Federation), hatten es in den Fabriken vor dem Unglück sehr schwer mit Forderungen Gehör zu finden. Gewerkschaften und ihren Mitgliedern sind rechtlich enge Grenzen gesteckt. Als Ursache hierfür sieht die BIGUF auch das fehlende staatliche Interesse (Quelle). Ein Zusammenhang ist sicherlich darin zu sehen, dass auch die politischen Eliten Textilfabriken besitzen und von den in jeder Hinsicht miserablen Bedingungen profitieren.

Meines Ermessens nach, haben wir durch die Reaktion auf die Katastrophe in Dhaka nur die Spitze des Eisbergs berührt und wir müssen verfolgen in wie weit Recht und Gesetz in Bangladesch wird, aus den Versprechungen der bangladeschichen Regierung und der Konzerne im Hinblick auf die Stellung der Gewerkschaften, den Mindestlohn und den Brand- und Gebäudeschutz.

Die Arbeiterinnen und Arbeiter werden die „Gunst der Stunde“ nutzen, die sich nach den schweren Unglücken der vergangenen Monate ergibt, in dem sie sich weiter organiseren und Forderungen formulieren. Wir in den Käuferländern sollten sie darin soweit möglich unterstützen.

Wie bitte? Wir? Unterstützen? Wie dass denn?

Zum Beispiel so: Informieren, Spenden, Unterschreiben, Miteinander reden!