Der Blog zu Fairer Mode, Green Fashion & den Schattenseiten der Textilindustrie

Blog: Faire Mode, Green Fashion & Schattenseiten der Textilindustrie


Fast Fashion kostet Dich in Wahrheit richtig viel Geld

Denkst Du auch manchmal „Biomode? Nice, aber kann ich mir nicht leisten!“

Das Gegenteil ist der Fall! Ich habe herausgefunden, dass Fast Fashion ein unglaublich teurer Lebensstil ist. Und das meine ich dieses Mal nicht im Hinblick auf die ökologischen und sozialen Kosten, die zur Zeit in diese Mode nicht eingepreist sind, sondern ganz konkret anhand Deines Geldbeutels!

Wenn Du einen ganz normalen durchschnittlichen Kleiderkonsum hast, gibst Du im Jahr 513,77 Euro für Bekleidung aus (Quelle: UBA Texte (39/2016): S. 60). Damit es anschaulicher zu rechnen ist, sagen wir mal 520 Euro, also jede Woche zehn Euro für Bekleidung.

Wir gehen jetzt mal davon aus, dass Du noch keine nachhaltige Garderobe hast und Du Dich nach dem derzeit vorherrschenden Mode-Prinzip der Fast Fashion einkleidest, weil man sie ja überall hinterhergeworfen bekommt. Statistisch gesehen gehst Du 14 mal pro Jahr für Dich selbst Kleidung einkaufen (Quelle: Splendid Research 2016). Dann kaufst Du durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke im Jahr, wovon Du allerdings 40 Prozent der Kleidung selten oder nie tragen wirst (Quelle: Brodde/Zahn (2018): S. 10).

Fast Fashion bedeutet: 40% Deines Kleiderbudgets könntest Du auch gleich in die Mülltonne schmeissen!

40 Prozent von Deinem wöchentlichen Budget von zehn Euro sind vier Euro pro Woche. Wenn wir es auf den Monat hin rechen, sind es schon 16 Euro und auf das Jahr gesehen immerhin 208 Euro von den 520 Euro Jahresbudget.

208 Euro! So viel Geld.

Viele dieser Produkte wirst Du nie, andere an ca. zwei bis höchstens vier von 365 Tagen nutzen. Prozentual gesehen sind das 0,55 – 1,1 Prozent des Jahres. Du gibst also jährlich 208 Euro aus, für Produkte, die Dir nicht wirklich viel nutzen, die Deinen Kleiderschrank vollstopfen, für die Du in die Stadt fährst, viel von Deiner kostbaren Freizeit benötigst oder einen Paketboten beauftragen musst, die unsere Umwelt belasten und für die Menschen am anderen Ende der Welt oft schlecht bezahlt sind.

208 Euro! So viel Geld! So viel Geld für ein Produkt, dass fast keinen Beitrag zu Deinem Bedarf an Kleidung leistet!

Auch krass: Weil jede und jeder von uns so viel Geld für eine so geringe Bedarfsdeckung ausgibt und deshalb immer wieder etwas kaufen muß, weil keine Bedürfnisbefriedigung eintritt, werden die Menschen, die hinter dem System stehen, biblisch reich.

Fast Fashion ist ein White Elephant

Mir fehlen die Worte. Und das meine ich gar nicht im übertragenen Sinne, sondern ganz wörtlich: Es gibt im Deutschen leider keinen Begriff für etwas das so nutzlos ist wie diese Kleider, die nur Deinen Schrank vollstopfen und Dich ein heiden Geld kosten.

Im Englischen würde man diese Kleider, die so wenig Nutzen bringen vielleicht „White Elephant“ nennen: Etwas, dass man zu einem erschwinglichen Preis bekommt, aber große Folgekosten produziert. In Deinem Fall: Die Klamotte macht Deinen Schrank voll, Du findest oft nix mehr, sie nervt wenn Du sie entsorgen musst und sie bindet Dein Kapital für andere nötige Anschaffungen.

Über die Folgekosten für Klima, Böden, Wasser und Produzierende rede ich heute ja wie gesagt nicht. Denke doch mal darüber nach, dass Dein Budget sinnvoller angelegt ist, wenn Du Dir etwas dauerhaftes, nachhaltiges und schönes zum Anziehen kaufst, dass Du immer und immer und immer wieder anziehen möchtest! Vielleicht nicht so viele Teile, aber dafür in besserer Qualität!

Ich persönlich fände es übrigens auch viel zu traurig, wenn ich so viel Geld in Kleider stecken würde, die ich nie sehe / trage / nutze, weil ich sie nicht brauche. Schliesslich haben Shirts eine Seele und wie Ihr ja wisst, ich….

Liebe meine Kleidung ♥

So long, habt einen guten Advent!

Eure Elke

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Literaturnachweise:

Brodde, Kirsten; Zahn Alf-Tobias (2018): Einfach anziehend. Oekom Verlag.

Splendid Research (2016): Slow Fashion Monitor 2016, im Internet unte: https://www.splendid-research.com/de/slowfashion.html, abgerufen am 07.12.2018.

UBA Texte (39/2016): Kleinhückelkotten et. al.: Repräsentative Erhebung von Pro Kopf Verbräuchen natürlicher Ressourcen in Deutschland (nach Bevölkerungsgruppen), S. 60.


Fair und engagiert in Köln, Bonn, Münster und Linz!

Ich freu mich voll, dass es so viele engagierte Menschen in Sachen Green Fashion gibt! In der letzten Woche haben sich viele ehrenamtliche und hauptamtliche AktivistInnen und Aktivisten, Interessierte und Menschen, die vom Verkauf fairer Produkte leben, auf den Weg gemacht.

Sie wollten uns allen zeigen, dass es lecker und sexy sein kann gut und gerecht zu konsumieren.

In Köln fanden etwa 500 Menschen den Weg zur „Fair Trade Night“ (Ich war leider nur mit dem Herzen dort, weil anderweitig aktiv…)

In Bonn machte Aktivistin Gisela Burckhardt von Femnet im Rahmen der Fairen Woche auf dem Münsterplatz auf die miserablen Produktionsbedingungen in der konventionellen Textilindustrie aufmerksam und betonte, dass es wichtig ist, dass faire Bekleidung raus aus der Nische kommt und wir alle selbst aktiv werden müssen.

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Auch in Münster gabs eine Modenschau im Rahmen der Fairen Woche. Jessica Reyes Rodriguez aus Emsdetten stellte aktuelles aus ihrem Label „Queen and Princess“ vor (haben will!)

 

Und in Linz gabs gleich ne ganze Fabrik voll ökofairer Dinge. Wow!

Also, ich freu mich, dass sich Dinge bewegen und stelle wieder mal fest, dass es vielleicht doch super ist, wenn man sich klonen könnte 😉

So long! Love your Clothes! Eure Elke

 

 

Fotos: http://www.queenandprincess.de/


Ein Kommentar

Zwei Jahre ohne Fairkleidet?!

Wow, wie rasant die Zeit vergeht! Zwei Jahre ohne Fairkleidet? Zwei ganze Jahre? Unfassbar, was ich gemacht hab? Ich war auf der Insel…

In diesem Sinne, Euch allen erstmal ein „Welcome back“ und genießt den Sommer. Ich werde versuchen, Euch regelmäßig hier in meinem Blog die interessanten News zum Thema ökofaire Mode zu posten.

Und los geht’s:

Vieles steht grad natürlich ganz im Zeichen der Fashion Week in Berlin:

Berliner Zeitung: Fashion Week Greenshowroom-Gründern Magdalena Schaffrin im Interview

„Berlin ist nicht Paris – diese Erkenntnis begleitet die Fashion Week als Dauer-Litanei. Berlin ist allerdings auch etwas, was Paris nicht ist: nämlich internationale Plattform in puncto grüne Mode. Diese Bühne hat Magdalena Schaffrin, ursprünglich selbst Modedesignerin, der Stadt geschaffen. Sie hat den Greenshowroom gegründet und ist Creative Director der Ethical Fashion Show.

Eins mal vorweggenommen: Wie  soll man das Ganze eigentlich am besten nennen – grüne Mode, faire Mode, Eco-Mode, Slow Fashion?

Wenn ich von fairer Mode rede, meine ich auch immer die ökologisch und sozialverträgliche Mode. Wenn ich von grüner Mode spreche, sind die Sozialaspekte natürlich auch dabei. Ich möchte dazu übergehen, von qualitätsvoller Mode zu sprechen. Denn ökologische und soziale Aspekte sind ein Teil des Qualitätsbegriffs. Ein qualitätvolles Produkt kann nun mal einfach nicht von Kinderhand hergestellt oder mit Giftstoffen versehen sein.“

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Bayern3: Ein Interview mit Fair-Fashion-Expertin Mimi Sewalski

„Wer Wert auf ökologische und fair produzierte Kleidung legt und dabei noch gut aussehen will, hatte lange ein Problem. Zum Glück gibt’s heute stylische Modelabels, denen Mensch und Umwelt am Herzen liegen. Fair-Fashion-Expertin Mimi Sewalski kennt die echten Alternativen: faire Mode, die nicht nach Kartoffelsack und Staubschicht aussieht.“

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evangelisch.de: TransFair gewinnt Partner für nachhaltige Textilproduktion

„Der Verein „TransFair Deutschland“ hat erste Textilfirmen für eine Zusammenarbeit zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen gewonnen. Einige westliche Unternehmen beteiligten sich am sogenannten Textilstandard für die gesamte Lieferkette, teilte der Verein am Dienstag in Berlin mit.“

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Bleibt zu hoffen, dass die Shirts dann nicht im Discounter mit Transfair-Siegel verramscht werden, so wie bei manchen Lebensmitteln mit dem Siegel…, dass ist dann nämlich auch unfair gegenüber den hiesigen Bio-Einzelhändler.

So long! Bis bald! Morgen, vielleicht?!

 

 

 


Was gibt’s hier zu sehen?

In dieser Kategorie gehts um das Schöne und das Richtige! Hm, was das? fragt Ihr Euch vielleicht und ganz zu Recht. Hier möchte ich über meine Entdeckungsreise in das Land des fairen, grünen Schicks berichten und Euch gute und gesunde Modelables vorstellen.

Aber es geht hier auch darum, wie man die guten Sachen erkennt, welche Zertifikate gibt’s, was unterscheidet sie…

Demnächst mehr! Solange für Infos bitte hier rumtreiben.