Der Blog zu Fairer Mode, Green Fashion & den Schattenseiten der Textilindustrie

Blog: Faire Mode, Green Fashion & Schattenseiten der Textilindustrie


Über Klimawandel, Konsum und Flammenwerfer: Wie Laternenstäbe unsere CO2-Bilanz versauen

++++Ausnahmsweise gehts nicht um Mode++++ und es ist länger als gewöhnlich ++++

Artikel, die mit „als ich klein war“ anfangen sind meist so persönlich, dass sie schnell belanglos werden. Aber, I’m so sorry!, ich muss das jetzt wirklich tun! Ich verspreche auch, dass es eine politische Analyse am Ende gibt, die uns alle betrifft. Sie hat etwas mit Konsum, Klimawandel & Elternschaft zu tun. Ich möchte Euch hierzu ein paar meiner Gedanken zur Nachhaltigkeit des Martinsfestes schenken – immerhin gehts beim Martinsfest ja um das Teilen. Ähh, heute gehts übrigens um nachhaltigen Konsum und nicht um Mode….. So jetzt aber:

Als ich noch klein war, hatten wir Fackeln! Es steht ja jetzt wieder die Zeit vor der Tür in der kleine Kinderhände in große Elternhände gelegt werden, Jacke zu, Laternenstab geschnappt und los gehts.

Das Fest zum heiligen Sankt Martin war ein echter Knaller in meiner Kindheit, wir haben viele, viele Stunden damit verbracht schwarzes Tonpapier zu zerschnippeln, mit einem – Achtung (!) – sauscharfen Messer, dann gabs ne Kleberschlacht mit Transparentpapier und die Hosen mussten dannach immer in die Wäsche. Am Ende aber hatte man eine richtig, coole Laterne. Aber die Laternen hießen bei uns gar nicht Laternen, sondern wurden nur „Fackeln“ genannt. Weil sie – Achtung heiss (!!) – mit echten – Achtung Feuer (!!!) – Kerzen bestückt waren.

Und heute?

Heute ist meine Hand die Große und es hat sich sehr, sehr viel verändert seit damals. Circa vier Wochen vor dem Martinsfest findet man in sämtlichen Super-, Drogerie- und Billig-billig-läden kurze oder lange Stöcke aus buntem Plastik hängen. Sie sind mal mit Glitzer, mal mit Blinkfunktion, mal leuchtet das ganze Stromkabel, mal leuchten sie mit Lämpchen in bunt oder weiß und mal mit LED-Technik. Einige sind sogar teleskopmäßig ausfahrbar. Allen gemeinsam aber ist, dass sie sehr, sehr günstig zu haben sind. Online findet man sie ab einem Preis von nur 1,49€ – Zumeist sind keine Batterien in der Verpackung, die muss man noch extra kaufen.

Fehlt noch was? Klar, die Laterne. „Oh, guck mal, schon wieder eine Kita-Gruppe mit PET-Flaschen für die Laterne!“ – „Ja! Das sieht doch super aus.“ Und es gibt verdammt viele kreative Ideen was man aus den Dingern machen kann, eine Maus, einen Maulwurf,….. ich glaube es gibt kein Tier, dass man nicht aus einer PET-Flasche machen kann. Mir macht das Bekleben und die Kleisterschlacht doch auch voll viel Spaß und grad für die Minis ist das easy…. aber – Leute! Das geht doch so nicht weiter!

Na gut, jetzt haben wir: Laternenstab (aus PLASTIK) und eine Laterne (aus PLASTIK), dann gehts los. Jacke zu, Mütze anziehen (gar nicht mehr so kalt wie früher zu meiner Zeit). Händchen nehmen, laufen, singen. Dann: Laterne entsorgen ohne Gefühle zu verletzen, Batterien aus dem Laternenstab und einmotten bis zum nächsten Jahr.

Einmotten? Denkfehler? Denkfehler!

Die meisten Eltern mit denen ich gesprochen habe, schmeissen die Laternenstäbe einfach weg, weil sie ja so billig sind. Da lohnt es sich nicht, sie aufzuheben. Viele haben mir erzählt, dass sie auch total häufig superschnell kaputt gehen, Kabel-Wackel, Birnchen kaputt. Die Kinder haben halt mit vollem Körpereinsatz den Laternenzug bewältigt, da wackelt der Stock und die Laterne oft ganz schön hin und her, klar. Übrigens habe ich oft den Plastik-Laternenstab eingemottet und er hat zwar das Jahr im Keller gut überstanden, aber dann hat er oft trotzdem nicht mehr funktioniert.

Und damals, als ich klein war? Hatten wir Laternenstäbe aus Holz, Laternen aus Papier oder aus Futterrüben. Also, hier ist ein deutlicher Unterschied in Sachen Nachhaltigkeit- Früher waren es eher nachwachsende Rohstoffe, heute Erdöl-basierte, endliche.

Und: In meiner Papp-Laterne waren echte Kerzen! Heutzutage für viele Eltern eine total abwegige Vorstellung. Da ist dann ja Feuer drin, dass ist dann ja heiss, da kann man sich ja die Pfoten verbrennen. Oder schlimmeres. Ich damals vor Jahrzehnten musste selbst aufpassen, dass die Papier-Laterne nicht abfackelt. Ich war unglaublich stolz und die Flamme sehe ich heute noch vor mir, wie sie flackert, wie das auch riecht und mir ist nie eine Laterne abgebrannt. Auch wenn alle Kinder genau das eigentlich unbedingt mal erleben wollten – aber am besten bei einem Nachbarskind.

Fotos: Willnecker

Noch etwas ist verschwunden: Der Brauch Futterrüben auszuhölen, hatte in der Region in der ich aufgewachsen bin, eine lange Tradition. Die Rüben wurden von den Bauern als Winterfutter für Kühe und Schweine angebaut, aber da sich die kleinbäuerliche Haltung nicht gegen die Transformation zur Agrarindustrie behaupten konnte, gibt es das heute so gut wie nicht mehr. Die Rüben hat man dann im Herbst oder eben zu Sankt Martin ausgehölt und ehrlich – sie sehen viel, viel gruseliger aus, als so mancher Halloween Kürbis, weil sie so individuell wachsen. Man kann ihnen auch einen Wattebart ankleben. Es ist schön, dass es heute Menschen gibt, die diese Tradtion in ihren eigenen Gärten oder im Gartenverein wieder aufnehmen. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Erlaubnis die Rüben-Bilder zu zeigen. In der Region, in der diese Rüben heute noch geschnitzt werden, heissen sie übrigens „Rummelbootze“ – Rübengeister.

Ja und, was hat das jetzt mit dem Klimwawandel zu tun?

Ein großes Dilemma in der Diskussion um Kohlendioxid (CO2 ) und Klimawandel ist, dass fast jede/r den man fragt, dafür ist, dass Klimaschutz wichtig ist, dass die Länder des Nordens (die den Großteil CO2 emittieren) ihre Wirtschaft transformieren müssen, damit die Klimafolgen nicht die Menschen (vorrangig) in den Ländern des Südens so hart treffen. Kein Mensch mit Herz, will dafür verantwortlich sein, wenn sich Tropenstürme mehren, Menschen Haus und Hof verlieren, die Pumpe vom Golfstrom ihren Dienst aufgibt oder regionales Saatgut nicht mehr dem regionalen Klima entspricht, die Ernährungssicherheit also nicht mehr gewährleistet ist.

Ich habe leider keine Statistik gefunden, wieviel Laternenstäbe jedes Jahr in Deutschland verkauft werden. Und wie die Entwicklung seit den 1980er Jahren war. Fest steht aber augenscheinlich: Es hat eine komplette Veränderung stattgefunden, die sich als Teil der Wegwerf- und Konsumgesellschaft in unseren Alltag einfügt. Und das ohne, dass sie laut und regelmäßig hinterfragt wird. Über Konsum und den ökologischen Fussabdruck den jede/r einzelne von uns hat und wir volkswirtschaftlich als VerbraucherInnen alle zusammen, gibt es viel zu schreiben und zu sagen. Zum Beispiel dass unser Konsum ein sehr wichtiger Baustein in unserem gesamten Treibhausgas- Ausstoß ist, weil ja jedes Produkt, das gekauft und weggeworfen wird, ein CO2-Paket auf seinem Rücken trägt. Aber das ist ein neuer Artikel und das Thema bleibt uns allen erhalten.

IMG_20171109_224015

Ein Holzstab, ein Teelicht! It can change your mind!

Die ökologischen Auswirkungen, wenn man aus Klimaschutzgründen den Konsum von Laternenstäben auf Nachhaltigkeit umstellt, ist sicherlich erstmal klein. Es ist kein „Big Point“, wie es z.B. wäre, wenn wir alle auf Flugreisen verzichten würden. Ein Holzstab und eine Kerze retten uns nicht die verkorkste Kohlendioxid-Bilanz.

Trotzdem finde ich, dass es eine wichtige Drehschraube  in unserem Denken sein kann. Ein Holzstab ist ein HOLZSTAB! Der kann nachwachsen, braucht keine Elektrizität und kann viele Jahre verwendet werden! Wir alle sollten anfangen, neue Lösungen zu finden, für unseren Alltag. Wir brauchen ein neues Denken oder ein altes, je nachdem, wie man es sieht. Ja klar, macht die Politik was. Aber wir müssen auch was tun. Ich habe einfach auch schlichtweg keine Lust mehr, jedes Jahr Geld auszugeben für ein Schrott-Produkt, zumal ich auch noch der Überzeugung bin, dass echte Kerzen einfach mehr Lebensqualität bieten.

Trauen wir den Kindern ruhig was zu: eine Kerze, ist eine Kerze, ist eine Kerze: Kein Flammenwerfer. Wenn es denn eine echt sichere Variante sein soll, weil die Lütten noch zu kurz sind, dann ist vielleicht ein LED-Teelicht sinnvoller, das verschleisst nicht so schnell und macht genauso super helles Licht, wie ein elektrischer Laternenstab. Spart aber viel Plastik ein und hält wie gesagt länger, ausserdem kann man dann einen Holzstock kaufen, der dann auch länger hält und noch verwendet werden kann, wenn das Kind groß genug ist mit Kerze zu laufen.

Für dieses Jahr kommen meine Ideen sicherlich für die meisten von Euch zu spät. Wenn dann nächstes Jahr Euer elektrischer Laternenstab kaputt ist, denkt ihr vielleicht „ah, da gabs doch mal was auf fairkleidet, oder?“

Love your Weckmann!
Eure Elke


Wie aus Brennesseln Textilien werden, wie Glyphosat wirkt und FAIRKLEIDET ist nun bei Instagram!

Eines Tages werde ich soviel Zeit haben, dass ich jeden Tag berichten kann: über Mode, spannende neue bzw. vergessene textile Rohstoffe, über die FAIR Trade Night 2017 in Köln, wo ich einen Stand mit ökofairen Dingen hatte. Über Unkrautvernichtungsmittel und Konzernzusammenschlüsse, über die Freude an Social Media und die Notwendigkeit und Zweischneidigkeit nachhaltigen Konsums.

Aber bis es soweit ist, schicke ich Euch die Kurzversion von all den Gedanken über die Twitter links. Also:

Klicken, lesen, selbst ein Urteil bilden!

Der Beitrag über die Brennesseln ist faszinierend! Ich will auch in den Wald und Regen statt Autos hören! Kommt einer mit?

Ich zieh schon mal die Schuhe an zum rausgehen und sag Euch:

Love your Clothes! Eure Elke


Fast Fashion – Fast Destruction?

Ich habe eben die Website von Pablo Piovano besucht und ich muss euch sagen, es ist harte Kost. Er ist Fotograf und hat in schockierenden Bildern festgehalten, wie es Menschen ergeht, die in einer Region in Argentinien leben, in der Ackergifte in massivem Umgang auf Erde und Pflanzen gesprüht werden, um Es geht um die vermutlichen Auswirkungen von „Pflanzenschutzmitteln“ im Anbau von Agrargütern. Auch Baumwolle wird mit diesen Mitteln besprüht, weil sie dann billig erzeugt werden kann.Den Preis dafür zahlen die Umwelt und die Menschen, die in den Regionen leben und arbeiten, wie Piovanos Werke eindrücklich zeigen. Von Piovano gibt es im Netz einen Dokumentarfilm, den man dort finden kann.

Und wenn man dann noch den Beitrag der SWR2 Journalistin Gaby Weber „Sklavenarbeiter für Argentiniens Wirtschaft“ hört, fasst man sich echt nur noch an den Kopf vor lauter Schauern.

„Das antikapitalistische Buch der Mode“

 

Aber man darf die Hoffnung nicht verlieren, dass die Welt zum besseren gewandelt werden kann, deshalb lese ich diesen Sommer:

„Das antikapitalistische Buch der Mode“, der britischen Journalistin Tansy E. Hopkins. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf den Sand zwischen meinen Zehen.

Habt einen guten Sommer!

And: Don’t forget to love your clothes!

Eure Elke

Merken


Fairkleidet gratuliert den Preisträgern der „Spitzen Nadel 2017“

Mode lebt von der ständigen Kraft der Veränderung und Erneuerung. Hierfür braucht es Tatkraft, Innovation und Mut für neue Looks und neues Design. Diese Eigenschaften sind aber auch unerlässlich, für alle, die sich für einen ökosozialen Wandel in der Modeindustrie einsetzen.

Um dies zu honorieren und gute Praxisbeispiele öffentlich zu machen, haben das INKOTA-netzwerk e.V. und die Cum Ratione gGmbH aus Paderborn den Preis der „Spitzen Nadel“ ins Leben gerufen. Mit diesem Preis sollen Aktive gewürdigt werden, die schlagkräftige und öffentlichkeitswirksame Aktionen durchführen, die auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam machen. Die „Spitze Nadel 2017“ ist mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert.

In einer feierlichen Veranstaltung, die am Rande der Messen „Greenshowroom“ und „Ethical Fashion Show“ während der „Berlin Fashion Week“ am 04. Juli 2017 stattfand, wurden zwei Preisträger ausgezeichnet. Ausgewählt wurden diese durch eine Jury, bestehend aus Personen des öffentlichen und politischen Lebens, zum Beispiel durch Bärbel Höhn, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und ehemalige Umweltministerin in NRW und dem leitenden Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Franz Kotteder.

Und die Auswahl kann sich sehen lassen: Ausgezeichnet wurden der Gesamtbetriebsrat von „H&M“ in der Kategorie „Politische Schlagkraft“ sowie die Weltläden der Region Iller-Lech in der Kategorie „Breitenwirkung“.

Im November 2016 war es in Bangladesch im Zusammenhang mit turnusmäßigen Gehaltsverhandlungen zwischen Textilunternehmen, Gewerkschaften und Arbeitervertretungen zu massenhaften Entlassungen und Fabrikschliessungen gekommen. In Ashulia wurden 85 Fabriken geschlossen, die Arbeitenden entlassen und aktive Gewerkschafter, die sich für mehr Gehalt ausgesprochen hatten, inhaftiert. Als Reaktion auf die Verhaftung von Arbeiterinnen und Arbeitern in Bangladesch hat die Arbeitnehmervertretung von „H&M“ in Deutschland eine Resolution veröffentlicht, weil unter den betroffenen Fabriken auch 8 Zulieferer von „H&M“ waren. In dieser forderten sie die Freilassung und Wiedereinstellung der Arbeitenden, die sich mit Protest zur Wehr gesetzt hatten. „Die internationale Gewerkschaft IndustriaALL und der bangladeschische Arbeitgeberverband unterzeichneten eine Übereinkunft, damit alle Arbeiter wieder eingestellt werden. Viele sind jedoch noch immer ausgesperrt und es existieren „schwarze Listen“ unliebsamer Arbeiter.“, berichtet das Inkota-netzwerk e.V. in seiner Pressemitteilung zum Preis über die Wirkung der Resolution. Die Resolution kann hier nachgelesen werden.

EFS_Spitze Nadel-71_verkleinert

Foto: David Gense, Cum Ratione gGmbh

Das Vorgehen des Gesamtbetriebsrates von H&M ist ein mutiger Einsatz, der absolute Vorbildfunktion hat. Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Arbeitnehmervertretungen großer Modekonzerne trauen, aufzustehen und sich für Menschenrechte bei der Produktion der von ihnen verkauften Textilien stark zu machen. Der Einsatz zeigt, dass es sich lohnt, gegen die Missstände in der Textilindustrie vorzugehen“, erläutert Kerstin Haarmann von der gemeinnützigen Gesellschaft cum ratione aus Paderborn, die den Preis gemeinsam mit Berndt Hinzmann vom Inkota-netzwerk e.V. initiiert hat.

Die „Spitze Nadel 2017“ in der Kategorie „Breitenwirkung“ erhielten die Weltläden der Region Iller-Lech für ihre Aktion „XXXL – Wir tragen fair“. In einem Zusammenschluss haben sich 30 Weltläden aus den 15 Gemeinden der Region Iller und Lech verbunden, um mit ihren Aktionen eine größere Reichweite zu erzielen und um Synergieeffekte zu erschliessen. Mittels eines Sternmarsches bei dem sie riesige, überdimensionierte Kleidungsstücke wie Fahnen mit sich trugen und nachher in der Stadt zur Schau stellten, machten Demonstranten am „Fashion-Revolution-Day“ im April auf die problematischen sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in der konventionellen Textilindustrie aufmerksam. Auf den Etiketten sind Geschichten von Menschen abgedruckt, die sich so oder ähnlich täglich in der Kleiderproduktion abspielen: Sie erzählen von arbeitenden Kindern, von mit Pestiziden vergifteten Vätern und unterbezahlten Müttern. Wie zum Beispiel diese: „Ich heiße Behnly. Ich habe dieses T-Shirt genäht. Ich bin neun Jahre alt. Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf. Es ist dunkel, wenn ich in der Fabrik ankomme. Ich arbeite 13 Stunden. Es ist dunkel, wenn ich wieder nach Hause gehe. Ich verdiene weniger als einen Euro am Tag.“

EFS_Spitze Nadel-101_verkleinert

Foto: David Gense, Cum Ratione gGmbh

Der „Spitzen Nadel“ gelingt es Transparenz und Öffentlichkeit zu erzeugen, für ein wichtiges Thema: Aktionen für mehr Gerechtigkeit und Solidarität in der Modeindustrie. Es bleibt zu wünschen, dass die Medienresonanz für diesen wichtigen Preis zukünftig noch stärker wird. Und das sich hierdurch mehr Menschen vom Engagement der Preisträger inspirieren lassen und ihren Beispielen folgen.

Fairkleidet freut sich über die guten Nachrichten und wünscht sich mehr davon! Wir gratulieren nochmal ganz herzlich den Preisträgerinnen und Preisträgern der „Spitzen Nadel 2017“! Und natürlich schicken wir ein „Danke!“ für das Engagement der Cum Ratione gGmbh und das Inkota-Netzwerk e.V. für die Initiierung und Vergabe der „Spitzen Nadel“.

 

Puh, das war ein langer Artikel! Danke Euch fürs Lesen, sagt

Eure Elke

 

Quellen:

PM Inkota-netzwerk e.V.: http://www.inkota.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-starke-aktionen-fuer-faire-kleidung-ausgezeichnet/, abgerufen am 20.07.2017

PM Cum Ratione gGmbH: http://www.cum-ratione.org/paderborner-gesellschaft-zeichnet-starke-bundesweite-aktionen-fuer-faire-kleidung-aus-die-spitze-nadel-2017-geht-an-den-hm-gesamtbetriebsrat-und-30-weltlaeden-der-region-iller-lech/#more-644, abgerufen am 20.07.2017

Resolution: https://handel-bawue.verdi.de/++file++589875114f5e9235143b5a73/download/Miteilung%20GBR.pdf, abgerufen am 20.07. 2017

Artikel „Kundgebung: Iller-Lech trägt fair“, von Elisabeth Brock in: „Kreisbote“, vom 6. Mai 2017 https://www.kreisbote.de/lokales/kempten/weltlaeden-rufen-moderevolution-8254348.html, abgerufen am 20.07.2017.

Fotos von David Gense, cum ratione gGmbH


Augen auf: Wunderschönes Video von der „Ethical Fashion Show Berlin“!

Alle Augen richteten sich in der ersten Juli-Woche auf den G20-Gipfel in Hamburg. Alle Augen? Falsch! Die ganze Mode-Welt der Republik war auf der Fashion Week in Berlin, um sich inspirieren zu lassen von der Frühjahrs- und Sommermode 2018!

Vom 4.-6. Juli fanden im Rahmen der Fashion Week auch die Messen „Greenshowroom“ und „Ethical Fashion Show Berlin“ statt, dieses Mal erstmals an einer neuen Location, im Funkhaus Berlin.

 

EFS_Spitze Nadel-8_verkleinert

Quelle: Foto von David Gense, cum ratione gGmbH

Einen Eindruck von der neuen Mode und dem Event-Setting könnt Ihr in dem folgenden Video zur Modenschau der „Ethical Fashion Show Berlin“ bekommen, die am 5. Juli lief.

Wenn man all die Models da flitzen sieht, bekommt man den Eindruck, dass die ökofaire Szene sich immer stärker dem konventionellen Modebetrieb annähert, was die „Formsprache“ betrifft. Mir sind die Models immer alle zu dünn und zu jung, mehr Diversity darf es für mich schon sein! Aber der Massenmarkt soll erobert werden, richtig?

Ist auf jeden Fall krass, wie schnell schon wieder ein halbes Jahr rum ist und die nächsten Kollektionen auf die Laufstege und in die Orderbücher kommen. Und schwups hängen sie schon in den Läden.

Don’t forget to love your clothes!

Elke

 

 

 


Mein #haulternative: „Fashion Winner“ – Meine erste Kleidertauschparty

Jaaaa, ich weiß, ich hinke meiner Zeit mal wieder hinterher. Es ist Sommer, der #haulternative schon wieder Geschichte und ich bin Euch einen Artikel schuldig geblieben. Am 24.4. habe ich mächtig meinen Kleiderschrank angebrüllt (weil noch unfaire Teile darin wohnen) und ich habe mir vorgenommen im nächsten Jahr etwas öffentichkeitswirksameres zu machen.

Ganz untätig war ich aber auch nicht: Denn ich war das erste mal bei einer Kleidertauschparty und möchte Euch davon erzählen:

Ich habe am 7. Mai in Köln die Kleidertauschparty und das Nähcafé besucht, die vom Asta und der studentischen Green Office Initiative an der Hochschule Köln organisiert wurde. Hej, meine erste Kleidertauschaktion! Und bestimmt nicht die letze!Veranstaltungsplakat der Kleidertauschparty

Ich habe mir also ein schickes öko-faires Teil aus meinem Schrank geschnappt und rauf aufs Rad. Die Tauschparty fand im Asta Café der Uni statt, so dass ich mich an alte Zeiten erinnert gefühlt habe. Im Cafe standen Tische mit Bekleidung und Kleiderständer, ein DJ-Pult, einige Nähmaschinen, ein Spiegel und natürlich jede Menge Fashion Winner (als Gegensatz zu Fashion Victims), die selbstbestimmt und frei nach den coolsten Teilen suchten! Und das ganz kostenlos!

Es gab Sachen für Männer und Sachen für Frauen, Kleiderständer mit Blusen, Pullover, Röcken und Kleidchen, Tische mit Shirts, Tische mit Handtaschen, ein Regal mit richtig gut erhaltenen Schuhen, ein Tisch mit Acessoires, wie Tüchern und sogar etwas Schmuck. Ach und Hosen, gabs natürlich auch, also eigentlich alles, was man so anziehen muss, damit man aus dem Haus kann.

Bewusst hat sich die Orga-Initiative dafür entschieden, dass auch Menschen Bekleidung mitnehmen dürfen, die nichts zum Tauschen mitgebracht haben. Man möchte mit diesem offenen Konzept, das jede*r, der kommt etwas mitnehmen darf, ein Zeichen für eine andere Ökonomie setzen. Solidarität fernab des Marktes. Sehr gut! Gibt ja auch genug Zeug hier.

Die Atmosphäre ist locker, es läuft entspannte Musik. Die Leute trinken korrekte Limonade und fairen Kaffee oder essen Kuchen. Es braucht schon etwas Überwindung aus der Kabine zu treten mit komplett fremden Sachen. Aber es lohnt sich. Einzelne Teile werden auch im Cafe drübergezogen. Ein grosser Spiegel hilft zu erkennen ob’s passt oder nicht.

Mein Gots-Teil (das lila Oberteil) liegt nun auf einem grossen Haufen, der zwischendurch immer wieder von fleißigen Helfenden aufgeräumt wird. Mal sehen ob mein Teil gleich noch da ist. Meine eigene Aus-beute aus der Tauschkleidung ist riesig! Ich habe fünf Teile mitgenommen und es hätten auch mehr sein können. Es gab richtig coole Sachen. Sofort gefreut hab ich mich als ich ein altes Lieblingsstück entdeckt habe, das bei mir aber leider schon den Geist aufgegeben hatte. Was für ein Glücksgefühl! Das leidige Anprobieren bleibt einem aber auch hier nicht erspart.

Ich hab ’ne coole gelbe Röhrenjeans gefunden, die aber leider etwas zwickt und ich habe weder vor zu hungern, noch mehr Sport zu machen. Aber sie ist echt cool und definitiv ein Teil, das ich sonst im Laden nie angezogen hätte. Gelb und Stretch ist eigentlich beides nicht mein Ding. Warum eigentllich nicht? Denn cool sieht sie schon aus und es ist ein komplett neues Outfit, zusammen mit der Bluse und der schwarzen Open Style Jersey-Jacke mit Fledermausärmeln. Deshalb möchte ich sie schon mitnehmen. Ich kann ja was langes drüber tragen.

Juchu! Ich habe was gefunden und kann nun glücklich nach Hause radeln!

 

Was den Nachhaltigkeitseffekt betrifft, also ökologisch und sozial gesehen, liegt aber auch beim Kleidertausch, wie so oft, der Teufel im Detail.

Drei Kritikpunkte
1. Es gibt insgesamt einen Überfluss an Bekleidung, weshalb ein großer Second Hand Markt existiert. Die Dinge sind fast wertlos, weil wir so viel davon besitzen.
2. Das Weiternutzen von Bekleidung, die nicht ökofair ist, ändert nichts an den miesen Umwelt- und Produktionsbedingungen.
3. Achtung vor dem Rebound-Effekt: Wer Second Hand günstig bekommt, hat Geld für neues zur Verfügung und nutzt dann vielleicht noch mehr Klamotten, statt genügsam zu sein!

Drei Gedanken
1. Kaufe ökofair, aber dafür weniger. Überprüfe Deinen Bedarf, wenn Du neue Dinge anschaffst.
2. Auch beim Kleidertausch sollte man vielleicht eine Spendenbüchse auf freiwilliger Basis, aufstellen. So wird klar, die Dinge haben einen Wert. Das eingenommene Geld, kann Unkosten der Veranstaltung decken oder auch für Initiativen gespendet werden, die sich für einen Wandel in der Mode einsetzen.
3. Die Lebensdauer von Produkten zu verlängern ist sehr sinnvoll, weil Ressourcen eingespart werden. Ein eigener Kleidertausch für ökofaire Sachen ist natürlich das Allerbeste!

Hm, wie immer halt, oder? Solange der Markt nicht gesetzlich in Sachen Nachhaltigkeit geregelt ist, ist alles ein bisschen komliziert.

Ach und, eine Sache noch:

Liebe Mama, Second Hand ist nicht unhygienisch, man kann die Sachen nämlich waschen und ich fürchte mich mehr vor den Stoffen in manchen konventionellen Textilien!

Danke an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Kleidertauschaktion! (Die übriggebliebenen Kleidungsstücke gingen übrigens an einen caritativen Zweck.)

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken


Wow, let’s do it #haulternative

Hoffentlich habt Ihr alle warme, faire Winterkleidung bei der ganzen Kälte. Klar, Mode, die Euch warm hält und fairkleidet! Aber bald wird ja wieder Frühling!

Ich habe noch keinen blassen Schimmer, was ich in diesem Jahr am Fashion Revolution Day im April (*warum gerade an dem Tag? siehe unten) machen soll und freue mich, über Eure Ideen und Vorschläge!

Sehr cool sind die Videos zum #haulternative, die ich über mein Netzwerk gerade eben bekommen habe. Schaut doch mal in die Videoportale und gebt #haulternative ein, wenn es Euch interessiert. Hier mein Lieblingsvideo extra für Euch.

Es ist echt lustig, weil es so schön in portugiesisch ist und ich kein Wort verstehe, ausser, dass Maddu eine richtig gute Zeit beim Upcycling hat und echt kreative Teile erzeugen kann, die wirklich süß an ihr aussehen!

 

So nice to see, wie die Mädels zur Schere greifen und aus alten Hosen sexy Oberteile schneidern oder im Second Hand Laden ein Teil nach dem nächsten anprobierern. Shopping! Yeah! Mode! Fun!

Deutlich wird, man muss nicht unbedingt rasant viel Zeug in eine Tüte packen bzw. wieder raus holen, um einen Haul zu promoten. Man muss nicht sein ganzes (Taschen)Geld in Dinge investieren, die nach zwei Wäschen nur noch als Putzlappen taugen!

Denkt doch mal drüber nach!

Oder noch besserer: Plant doch selbst ein #haulternative Projekt.

So long, love your clothes!

Eure Elke

 

*Am 24. April 2013 ist das Rana Plaza in Bangladesch zusammengestürzt und hat über 1.000 Näherinnen und Näher unter sich begraben. Der Tag Ende April ist mittlerweile ein weltweiter Aktionstag mit dem Namen Fashion Revolution Day, um auf die bestehenden Probleme in der Textilindustrie aufmerksam zu machen. Tragt Eure Kleidung auf links und zeigt Eure Etiketten, um zu zeigen, dass Kleidung von einem anderen Menschen für Euch gemacht wurde. Mehr Infos: http://fashionrevolution.org