Der Blog zu Fairer Mode, Green Fashion & den Schattenseiten der Textilindustrie

Blog: Faire Mode, Green Fashion & Schattenseiten der Textilindustrie


Schuster, mach doch mal vegetabil gegerbtes Leder!

Hallo zusammen,

in der Vorweihnachtsruhe habe ich einen super interessanten Film über einen Schuhmachermeister gesehen, der in guter Handwerkstradition Schuhe herstellt. Und ich arbeite nun an einem längeren Blogartikel über Leder und Pfui und über vegetabil gegerbtes Leder, das mit Pflanzen haltbar gemacht wird und nicht mit Chromsalzen, die häufig zur Schadstoffbelastung der Endprodukte beitragen.

Und weil das noch ein bisschen Recherche-Zeit braucht und Ihr vielleicht alle gerade Weihnachtsurlaub habt, wollte ich Euch erstmal auf den Film aufmerksam machen.

Viel Spaß damit
Love your clothes!
Elke

Also: *Hier* stand das Video, aber: leider, leider wurde es auf Youtube entfernt….

Lauf, Baby, lauf – aber zieh die schadstoffbelasteten Sneaker aus!

Manch einer fällt um, wenn er oder sie den Preis unter den teuren Sneakern im Laden sieht.

Andere kippen aus den Latschen, weil sie die Dinger in asiatischen Fabriken produzieren müssen.

Und wieder andere campieren tagelang vor Geschäften in den Metropolen dieser Welt, um unter den ersten zu sein, die limitierte Auflagen von Sportschuhen ergattern.

Die sitzen also tagelang in der Kälte, um Schuhe zu kaufen, die fies belastet sind, geben dafür ein heiden Geld aus und kommen sich auch noch cool vor. Kinder, setzt Euch doch lieber vor die Filialen der Händler und fordert gesunde Schuhe!

Es ist zum umfallen, zum schreien, kopfschütteln!

Der SWR hat aktuell zum Thema Schadstoffe in Sneakern in der Sendung Marktcheck Schuhe getestet und einen sehenswerten Bericht erstellt, den man nicht so schnell vergisst. Zumindest die Stelle nicht, wo die ArbeiterInnen in die Klinik eingeliefert werden.

Hier ein Zitat aus dem Beitrag:

„Alle untersuchten Schuhe enthalten Rückstände von Weichmachern und manche eine Reihe von verschiedenen Chemikalien. Unter anderem das Lösungsmittel Dimethylformamid, kurz DMF. Experten vermuten, dass DMF die Fruchtbarkeit oder sogar ungeborene Kinder im Mutterleib schädigen können. Zwar gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für DMF, wohl aber eine eindeutige Empfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz. So sollen beispielsweise Arbeitshandschuhe nicht mehr als 10 mg DMF pro Kilogramm enthalten. Ein Wert, den einige der Schuhe in unserer Stichprobe deutlich überschreiten – beim traurigen Spitzenreiter um das 24-fache.“

Quelle: http://www.swr.de/marktcheck/schadstoffe-in-sneakern-gift-fuer-die-fuesse/-/id=100834/did=18329830/nid=100834/e8vc2k/

Ansehen?

Bitteschön:

Ökofaire Alternativen gesucht? Klick Dich durch bei Utopia.de und sag doch Deinen Freunden Sie sollen bitte auch meinen Blog lesen….

Love your clothes & respect your nature!
Eure Elke


11.000 Liter Wasser für die Produktion einer Jeans!

Erinnert Ihr Euch an die Jeans Werbung, in der ein junger, ziemlich glatt rasierter Mann in eine randvolle Badewanne gestiegen ist mit nichts anderem am Leib als seiner Jeans?! Dazu trällert Sam Cooke „Don’t know much biology…“

Junge, dann seid ihr ähnlich alt wie ich oder habt einen Faible für alte Werbeclips – für die Frischen unter Euch, schaut mal hier, den Clip mein ich…

Wie ich darauf komme?

Nun ja, ich habe ausgerechnet, wieviel Vollbäder der Kleine nehmen könnte in dem Wasser, dass für die Produktion EINER einzigen Jeans  verbraucht wird.

78! Wenn jemand einmal die Woche ein Vollbad nimmt, kann man das fast anderthalb Jahre lang mit dem Wasser tun…

Unglaublich, oder? EINE EINZIGE JEANS braucht in der Herstellung 11.000 Liter Wasser!!!!

Da kann man lange, lange baden. Das Wasser ist dann ja auch Gott-sei-Dank weniger belastet, als in der Jeansproduktion.  Die Biojeans ist zwar gesünder, braucht leider aber auch viel Wasser, doch immerhin mit 6000 Litern schon deutlich weniger.

Mehr demnächst, ich war nämlich auf der INNATEX 34 und habe viel erlebt und viel zu berichten!

„What a wonderful world this could be!“


Schadstoffe in Textilien

Hallo, Hallo Ihr Lieben!

Wenn ich – wie nun im Herbst –  einen Pflaumenkuchen selbst backe, dann weiß ich was drin steckt!

Viel zu selten reicht meine Zeit zum backen, aber: Mein Bäcker hat eine tolle Liste, in der drin steht, was drin steckt! Und: Ich kann mich darauf verlassen, dass es Menschen gibt, die kontrollieren, dass er keine fiesen Sachen reinmacht, die eventuell schlecht für meine Gesundheit sind.

Und wie siehts bei meinen Shirts aus? Oder bei denen für kleine und große Menschen, die mir wichtig sind?

Is nicht so lecker, was da manchmal drin steckt.

Hier deshalb nun eine Beitrag über „Zutaten“ von Klamotten, den ich schon vor langer Zeit geschrieben habe und Euch nicht vorenthalten will. Auch wenn er ein bisschen heißer formuliert sein dürfte… aber Kinder, Kinder, wenn ich immer soooooo viel Zeit hätte…..

Und ich weiß, das macht keinen Spaß zu lesen. Wenn Du was anschauen willst, was Hoffnung macht, dann schau mal hier http://foodsharing.de/

Informationen zur Schadstoffbelastung von Textilien

Einsatz von Pestiziden: Die Schadstoffe, die sich in Textilien wiederfinden reichen von Flammschutzmitteln über Biozide und Formaldehyde bis hin zu Schwermetallen und Pestizidrückständen. Die Baumwollproduktion zählt zu den pestizidintensivsten Produktionsweisen weltweit. Mehr als 25% der eingesetzten Insektizide und 12% der Herbizide werden, nach Angaben der Organic Consumers Association im Baumwollanbau verwendet (http://www.organicconsumers.org/). Einige der verwendeten Chemikalien sind extrem giftig, ein Tropfen des Nervenmittels Aldicarb kann tödlich wirken. Es ist das zweithäufigste verwendete Pestizid im Baumwollanbau, stellt die Umweltstiftung Environmental Justice Foundation fest.[1] Die Menge Baumwolle, die in einem T-Shirt steckt verschlingt allein 150 Gramm Gift. Jährlich sterben 20.000 Menschen, die im Baumwollanbau tätig sind.[2] In den Produktionsländern kommt es durch den Einsatz zur Verschmutzung von Böden und Trinkwasser: Missbildungen und eine hohe Kindersterblichkeit sind die Folgen für die Menschen.[3]

Eine besonders große Gefahr für den Träger der Kleidung geht von umwelt- und gesundheitsschädlichen Farbstoffen und chemischen Weichmachern aus. Dabei ist gerade Babyhaut, die dünn und noch sehr empfindliche ist, Giftstoffen weitgehend schutzlos ausgeliefert, da die entsprechenden Abwehrstoffe noch nicht gebildet wurden. Allergische Reaktionen sind die häufigste, nicht aber bedenklichste Folge solcher Schadstoffe in Kleidung. Manche sind krebserregend, stören das Hormon- oder Immunsystem. Im Folgenden werden einige problematische Stoffe näher vorgestellt: Chemische Weichmacher sind Chemikalien, die Kunststoffen wie etwa PVC zugesetzt werden. Einer der bekanntesten und gleichzeitig bedenklichsten Weichmacher ist DEHP (Diethylhexylphthalat, kurz Phthalat). Obwohl Phthalate erwiesenermaßen fruchtschädigend und fruchtbarkeitsschädigend sind, sind sie in der EU nur teilweise gesetzlich verboten. Weichmacher kommen in Kinderbekleidung etwa in Schuhsohlen, Laufsöckchen oder auch in gummierten Applikationen auf Bodies und Stramplern vor. In Regenkleidung werden diese Stoffe oft ebenfalls eingesetzt.

Einige Farbstoffe, die auch heutzutage noch im Einsatz sind, können gesundheitsbewussten Eltern die Freude an den hübschen Farben von Baby- und Kinderkleidung verleiden, wie auch die Zeitschrift Öko-Test immer wieder feststellt. Babykleidung, die getestet wurde, hatte dabei nicht nur einen Schadstoffgehalt, der als gesundheitlich problematisch anzusehen war, sondern schlicht gegen die geltende Gesetzgebung verstieß.

Besonders problematisch sind die so genannten Dispersionsfarben, die beim Kontakt Allergien auslösen können. Seit 1996 sind die besonders problematischen Azofarben in Deutschland verboten, aber durch „Grauimporte“ (illegale oder unkontrollierte Importe) sind sie immer noch auf dem Markt zu finden Azofarben sind synthetische Farbstoffe, die sehr billig brillante Farben erzeugen. Gelangen Azofarben – zum Beispiel über die Haut – in den Körper, können sie giftige oder Krebs erregende aromatische Amine, Benzidin oder 2-Naphthylamin, freisetzen. Eine einfache Möglichkeit, diese schädlichen Farbstoffe nachzuweisen, ist jedoch leider nicht verfügbar. Wenngleich jüngere Testeinkäufe von Verbraucherschutzorganisationen in der Regel keine Babykleidung (Kinderkleidung wird allerdings öfter schon mal zurückgerufen, weil sie mit Azofarben belastet ist..) offenbaren, die mit den giftigen und verbotenen Azofarben behandelt wurden, sind andere Schadstoffe sehr wohl des Öfteren anzutreffen.

  • In manchen Stramplern wurde eine zinnorganische Verbindung (Tributylzinn) nachgewiesen. Diese Substanzen können schon in kleinsten Konzentrationen das Hormon- und Immunsystem des menschlichen Körpers schädigen und werden über die Haut aufgenommen.
  • In anderen Artikeln wurden phosphororganische Verbindungen gefunden – ein Stoff, der in größeren Mengen als Flammschutzmittel eingesetzt wird, auch in deutlich geringeren Konzentrationen aber ein Nervengift darstellt.
  • Nach wie vor – wenn auch recht selten – wurden Formaldehyde in Babykleidung identifiziert. Formaldehyde weisen darauf hin, dass das Baumwollmaterial mit Kunstharzen behandelt wurde, um ein Verknittern und Einlaufen der Kleidung zu verhindern. In Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten können Formaldehyde Allergien auslösen.
  • Viele halogenorganische Verbindungen sind als Allergie auslösend bekannt. Bei manchen Herstellprozessen werden sie verwendet, um die Farben an die Fasern zu koppeln und verbleiben zu einem geringen – aber dennoch schädlichen – Teil in der Babykleidung.
  • Besonders häufig ist Babykleidung mit Weißmachern belastet. Diese Stoffe machen den „Weisser Riese“ – Effekt, indem sie Stoffe weißer aussehen lassen, als sie in Wirklichkeit sind. Problematisch ist, dass die optischen Aufheller nicht besonders fest an die Baumwollfasern binden und somit durch den Körperschweiß abgelöst werden und auf der Haut zu Allergien führen können.[4]
  • Nanosilber oder vergleichbare Nano Stoffe werden bereits heute in vielen Textilien eingesetzt, zum Beispiel in Socken um die Geruchsbelastung zu verringern. Nanopartikel können aufgrund ihrer Winzigkeit eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit darstellen, zum Beispiel indem sie sich in der Umwelt anreichern und in die Nahrungskette gelangen. Auch könnte die Verwendung von antibakteriellen Chemikalien in Textilien zu weiteren Antibiotika Resistenzen der Menschen führen wie die Schwedische Chemikalienagentur befürchtet.[5]
Und nun????
Hey, ihr da oben!!!! Bitte hinhören:
Wir wollen den Mist nicht mehr! TUT WAS!


600 erkrankte Arbeiter und Massenhysterie

Erstaunlich, dass sich Anfang Juni in Bangladesch eine massenhafte Erkrankungswelle von FabrikarbeiterInnen ereignete. Bis zu 600 Menschen wurden so krank, dass sie in verschiedenen Krankenhäusern behandelt werden mussten.  Als Ursache für ihre Übelkeit wurde das Wasser der Fabrik der Firma Starlight Sweaters angesehen, das verschmutzt oder – so der von Gewerkschaftsseite geäußerte Verdacht – absichtlich mit Pestiziden verseucht worden war.

Erstaunlicher noch, dass diese AFP-Meldung (Agence France Press, Quelle hier) von deutschen professionellen Medien und Blogs relativ unbeachtet blieb. Man könnte fast vermuten, dass das Thema Bangladesch nicht schon wieder in die Medien sollte, war doch die deutsche Öffentlichkeit gerade beruhigt, aufgrund der Versprechen der westlichen Textilindustrie, alles werde besser, die aufgrund des öffentlichen Drucks nach dem katastrophalen Einsturz des Rana Plaza, gemacht wurden.

Behörden in Bangladesch: Keine Pestizide im Trinkwasser – nein: Massenhysterie

Noch erstaunlicher ist die Auflösung des Dramas, die von behördlicher Seite aus gemeldet wurde und nun über die Ticker der (ausländischen) Presse liefen.  Das Wasser sei vollkommen in Ordnung gewesen heißt es, vielmehr wären die Menschen dem Phänomen der Massenhysterie verfallen.

Massenhysterie? Was ist das denn?

Erbrechen und Übelkeit können offenbar auch psychologisch ansteckend sein, so die Erklärung. Dieses Phänomen wird als psychische Reaktion auf die Katastrophe im April gewertet. Himmel, wie verunsichert müssen die Menschen sein, wenn es tatsächlich so ist. Mit wieviel Angst geht jemand zur Arbeit, wenn er davon das Kotzen kriegt? Übrigens gab es vor vier Tagen einen erneuten Fall dieser Art, bei dem 450 Arbeiterinnen und Arbeiter betroffen waren.

Ich glaub, mir wird übel.


Greenpeace stellt Bericht über Gift in Kleidung vor

Gestern hat uns Greenpeace  einen umfassenden Bericht über die Chemikalienbelastung in Bekleidung geliefert.

Danke dafür, auch wenn sich die Ergebnisse im Bericht „Giftige Garne“ furchtbar lesen und Euer trauriger Engel auf dem Foto zu eurem Bericht ganz schön hungrig aussieht. Aber ist ja auch kein Wunder Phthalate und Nonylphenolethoxylate (gefunden in ca. 2/3 der getesteten Produkte!), krebserregende Amine aus Azofarbstoffen können einem auch echt den Appetit verderben. Pfui.
Mehr aus dem Bericht gibt’s natürlich bei Greenpeace oder demnächst bei Fairkleidet.


Lasst uns nicht im Regen stehen!

Die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign – CCC) hat heute einen Bericht zu Sozial- und Arbeitsstandards in der Outdoorbranche vorgestellt. Offenbar geht es bergauf was das Bewusstsein mancher Hersteller betrifft. Luft nach oben gibt es aber dennoch viel denn die CCC konstatiert, dass die Zahlung eines Existenzlohns eine „zentrale Herausforderung“ bleibt. Auch hapert es bei einigen Unternehmen wohl noch am Verständnis der neuen Welt, in der Transparenz und Verantwortung für das eigene (unternehmerische) Handeln wirklich wichtig sind. Sie gaben keine Auskunft über ihr Handeln. Mehr dazu gibts bei der CCC.

Großer Mangel des Draußen-Zeugs ist auch noch immer die Chemikalien Belastung für Umwelt und Gesundheit, wie eine aktuelle Greenpeace-Studie zeigt, über die Spiegel-Online Ende Oktober berichtete.

Liebe Outdoor-Hersteller: Lasst uns nicht im Regen stehen! Wir brauchen gesunde und gerecht produzierte Klamotten, für den Tag auf dem Berg oder sonstwo!!!